WLAN an Schulen – eine ignorierte Gesundheitsgefahr

Seit dem Schuljahr 2019/20 wird der DigitalPakt Schule umgesetzt. Hierbei unterstützt der Bund Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur mit dem Ziel, diese flächendeckend auszubauen. Hierzu wurden zunächst 5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Zu Beginn der Corona-Pandemie kamen weitere 1,5 Milliarden Euro hinzu.

Das Budget von 6,5 Millionen Euro soll nun „zeitgemäße Bildung“ in der digitalen Welt umsetzen. Mit den Mitteln können Kommunen und Schulträger die technischen Rahmenbedingungen für die Digitalisierung an Schulen verbessern. Digitale Klassenzimmer können damit ausgestattet, PCs, Laptops und Tablets, die Schulhausvernetzung oder eine WLAN-Infrastruktur finanziert werden.

Um die entsprechenden Fördergelder des DigitalPakts zu bekommen, schaffen Schulen jetzt zunehmend mobile Endgeräte an. Diese müssen vernetzbar sein. Obwohl zwar nicht vorgeschrieben ist, wie die Vernetzung umgesetzt werden soll, hat sich WLAN zum Standard einer „modernen Schule“ etabliert. Dabei hat sich der WLAN-Hype an Kindergärten und Schulen dergestalt verselbständigt, dass Schulen Eltern gar mitteilen, es sei eine Anweisung des Ministeriums, WLAN zu installieren. Doch dies ist nicht richtig. Denn die Entscheidung, wie die Vernetzung umgegetzt wird, obliegt den Schulen. Alternative Vernetzungsmöglichkeiten wie Kabel oder Visible Light Communication (VLC) sind laut Ministerium durchaus möglich. Doch die Schulen wählen den bequemsten Weg: WLAN.

Gewinne aus dem DigitalPakt Schule

Im Vorfeld der DigitalPakt-Umsetzung trafen sich im September 2019 in Berlin 700 Lobbyisten der Telekom-Branche, um abzusprechen, wie die Digitalisierung mit mehr Druck durchgesetzt werden kann. Erklärtes Ziel war es hierbei, „einen Markt zu entwickeln“. Der Großteil der Gelder des DigitalPakts ist dafür vorgesehen, Schulen ans schnelle Internet anzuschließen. Die großen finanziellen Gewinner des Pakts werden hierbei eben jenen Konzerne sein, welche die Lobbyisten vertraten.

Digitalisierung an Schulen
„Durch Digitalisierung gewinnen wir neue Möglichkeiten. Wir müssen uns aber auch den damit verbundenen Risiken stellen, hier: WLAN, das unreflektiert an Schulen und Kitas installiert wird.“ Bündnis verantwortungsvoller Mobilfunk

„Digitale Bildung“ ist ein Milliardengeschäft und WLAN ist Teil dieses Geschäfts. Allein für die Erstausstattung der deutschen Schulen rechnet die Industrie mit 50 Milliarden Euro. Die „digitale Bildung“ wird nicht von Pädagogen oder Erziehungswissenschaftlern, sondern von der Industrie vorangetrieben.

Der Teufel im Detail: digitale Vernetzung

In der Diskussion um die digitale Bildung werden die Details der Umsetzung und die Schattenseiten der Digitalisierung, i.B. die Gefahren durch Elektrosmog, weitgehend ausgeblendet. Besorgte Eltern, die sich zu Wort melden, werden als Fortschrittsverweigerer hingestellt oder mit standardisierten Textbausteinen beruhigt.

Lesetipp: Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer (Neurowissenschaftler, Psychiater und Professor für Psychiatrie an der Uni Ulm) ist Autor von Cyberkrank! und Digitale Demenz. Lesen Sie seinen Kommentar zum Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (pdf Format): Digitalisierung schadet der Entwicklung, Gesundheit und Bildung von Kindern

Dabei gibt es eine Vielzahl an Studienergebnissen und handfesten Warnungen, die keinen Zweifel daran lassen, dass Kinder von WLAN nicht profitieren. Ganz im Gegenteil. Die gesundheitlichen Gefahren liegen klar auf der Hand und sind in ihrem Ausmaß noch gar nicht absehbar.

Studien, Warnungen, Appelle, Initiativen: WLAN gefährdet die Gesundheit

Ja, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät dazu, Kinder vorsorglich möglichst wenig elektromagnetischen Feldern auszusetzen. Doch genau diese verteilen WLAN-Router sowie alle Endgeräte nun massenhaft in Schulen!

2017 wandten sich die Österreichische und die Zyprische Ärztekammer an die Öffentlichkeit und forderten „eine altersgerechte, vernünftige Nutzung digitaler Technik“ sowie „kabellose Netzwerke an Schulen und insbesondere an Vorschulen, Kindergärten und Grundschulen nicht [zu] erlauben.“ Begründet wurde diese Forderung der Ärzte mit den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen der Funkstrahlung, die neben Kanzerogenität, Auswirkungen auf DNA und Fruchtbarkeit auch „kognitive Beeinträchtigungen beim Lernen und dem Gedächtnis“ aufzeigt. „Diese Auswirkungen können bei Intensitäten auftreten, die weit unterhalb bestehender Grenzwerte der ICNIRP liegen.“

Denn die offiziellen Grenzwerte, die lediglich vor thermischer Erwärmung schützen, haben hierbei keine Gültigkeit. Und die Strahlungswerte von WLAN-Routern und Endgeräten liegen weit über den medizinischen und baubiologischen Vorsorgewerten. Inzwischen zeigen mehr als 100 Studien, dass gerade Kinder und Jugendliche durch Elektrosmog erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind.

Schuelerin mit Brille
Die Strahlenbelastung durch WLAN ist enorm. In 0,2 m Abstand zum Notebook beträgt sie rund 120 000 µW/m², in gleichem Abstand zum Access-Point gar rund 150 000 W/m². Die baubiolgoischen Richtwerte empfehlen, die Belastung deutlich unter 100 µW/m² zu halten.

Auch die WHO hat Funkstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. In den kommenden Jahren wird diese Einstufung überprüft und sehr wahrscheinlich nach oben korrigiert (in „krebserregend“).

Strahlungsfreie und weniger riskante Vernetzungstechniken sind möglich

Digitale Medien sollten weniger Selbstzweck sein, sondern als Hilfsmittel gesehen werden. Und diese können auch verkabelt genutzt werden. Dies gilt für zu Hause ebenso wie für Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Auch die gesundheitlich deutlich weniger riskante und inzwischen marktreife kabellose Technik Visible Light Communication (VLC) kann WLAN ersetzen. Erste Pilotprojekte gibt es bereits an einigen Schulen. In Fällen, in denen eine Verkabelung generell abgelehnt wird, sollten Eltern VLC dringend fordern. Hierbei erfolgt die Datenübertragung über die Raumbeleuchtung.

schulbank 1920
Müssen wir auf die Digitalisierung verzichten? Nein, denn „digital“ ist nicht „drahtlos“. Verkabelte Geräte über LAN oder Datenaustausch über VLC sind genauso digital. Und dank ausbleibender Strahlung und höherer Performance definitiv besser als WLAN.

WLAN-Tipps: Strahlung reduzieren

Ihren Kindern (und Ihnen) zuliebe 6 WLAN-Tipps:

  • Nutzen Sie für Ihre Geräte kabelgebundenes Internet! Falls Sie eine WLAN-Verbindung in Ihrer Wohnung haben, rüsten Sie auf eine kabelgebundene Lösung um. Elektriker und Baubiologen können Sie dabei beraten.
  • Stellen Sie sicher, dass alle WLAN-Verbindungen in Ihren Geräten wie Router, Multimediakonsolen, TV, PC, Tablet, Drucker, usw. auch tatsächlich deaktiviert sind.
  • Falls vorübergehend keine Kabelverbindung möglich sein sollte, schalten Sie den WLAN-Router so oft wie möglich – und besonders nachts – aus.
  • Kinder sollten so wenig wie möglich digitale Medien nutzen. Wissenschaftler warnen vor dem negativen Einfluss auf ihre Entwicklung und das Lernverhalten.
  • Verwenden Sie Ihr Tablet / Laptop nie direkt am Körper.
  • Engagieren Sie sich Ihren Kindern zuliebe in Schule und Kindergarten für einen kabelgebundenen Internetzugang. Klären Sie auch andere Eltern auf!
Router Kabel
Die meisten Router können mehrere Endgeräte mit Kabel verbinden. Wichtig, damit sie auch strahlungsfrei sind: WLAN am Router und am Endgerät deaktivieren!

Hier gehts zum Infoflyer zum Thema WLAN an Schulen

Digitalisierung an Schulen

Die Corona-Krise soll laut Medienberichten gezeigt haben, wie dringlich digitales Lernen und Lehren bei Schülern und Lehrern zu etablieren sei. Der DigitalPakt Schule wurde daher um weitere 1,5 Milliarden Euro aufgestockt.

Neben den Gesundheitsgefahren durch WLAN gibt es weitere Gründe, die Etablierung der Digitalisierung an Erziehungseinrichtungen kritisch zu sehen. Denn die Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen führt zu Störungen im Stoffwechsel des Gehirns und hat Auswirkungen auf das Denken und Lernen. Die Digitalisierung führt Kinder und Jugendliche in einer Reizüberflutung und dazu, dass sinnliche und reale Erfahrungen auf den zweidimensionalen Bildschirm reduziert werden.

schueler beim wischen
Die Digitalisierung ist für Kinder und Jugendliche mehrfach gesundheitsschädlich. Die Gewinner der „digitalen Bildung“ sind nicht unsere Kinder, sondern profitgetriebene Industrien.

Ist also die Einführung digitaler Medien ab Kindergarten und Grundschule wirklich das, was unseren Kindern entscheidend hilft, sich als intelligente, kreative und den Herausforderungen unserer Zeit gewachsenen Menschen zu entwickeln?

Diesen Fragen geht die Initiative „Bildung mit Zukunft“ auf den Grund. In ihrer Broschüre kommen Ärzte und Wissenschaftler zu Wort, werden Studienergebnisse vorgestellt und Erfahrungen aus anderen Ländern dargelegt.

Eine sehr gute Zusammenfassung, welche die gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen der digitalen Technik aufzeigt. 40 Seiten

Broschüre Initiative Bildung mit Zukunft: Digitalisierung an Schulen

Bestellung der Broschüre zum Selbstkostenpreis bei Susanne Burkert, Tel: 08021 540 99 80 Email: Bildung_mit_Zukunft@gmx.de

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