Digital Detox aus baubiologischer Sicht

digital detox aus baubiologischer sicht

Digital Detox sollte nicht nur eine psychisch-mentale Entgiftung sein. Auch die Entlastung von körperlichen Stressfaktoren durch Elektrosmog ist eine wichtiger positiver Nebeneffekt von Digital Detox.

Digitalisierung im Alltag

Die Digitalisierung durchdringt inzwischen unseren Alltag und hat uns fest im Griff. Während der Arbeitszeit nutzen wir Computer, das Smartphone ist unser ständiger Begleiter, zu Hause steuert Smart Home unser Heim, zur Entspannung konsumieren wir digitale Medien und selbst die Kleinsten spielen und lernen online. Neben zahlreichen Vorteilen, die uns die digitale Welt bietet, zeigen sich auch mehr und mehr Schattenseiten: Das offensichtliche Suchtpotential, die krankhafte Fear of Missing Out (Angst, etwas zu verpassen) oder Social Media Mobbing sind einige Negativaspekte, die auf unsere Psyche wirken. Aber auch auf unseren Körper zeigt der digitalisierte Alltag negative Effekte. Je mehr Zeit wir in der digitalen Welt verbringen, desto weniger bewegen wir uns – mit allen damit verbundenen Nachteilen.

Digital Detox ist eine bewusste eine Pause von der digitalen Welt. Inzwischen gibt es ein viele Angebote, dies umzusetzen: von kostspieligen Seminare, in denen man die digitale Entgiftung erlernt bis hin zu Digital-Detox-Urlauben. Doch es gibt auch baubiologische Möglichkeiten, die negativen Aspekte des digitalen Konsums zu reduzieren. Und das mit einem tollen Nebeneffekt: der Verringerung von Elektrosmog.

Elektrosmog ist ein weiterer Effekt der zunehmenden Digitalisierung

Elektrosmog bezeichnet die täglichen Belastungen des Menschen und der Umwelt durch technisch erzeugte elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder. Das Wort entstand bereits Anfang der 1980er Jahre. “Smog” ist hierbei ein Kunstwort aus “smoke” (Rauch) und “fog” (Nebel). Zum Elektrosmog gehören z. B. neben Funkwellen, welche Mobilfunkmasten, Smartphones und unzählige weitere Geräte aussenden, auch elektrische Felder aus Strominstallationen, Kabeln und Elektrogeräten sowie magnetische Felder der Bahn, von Freileitungen oder Transformatoren.

Allen gemeinsam ist, dass ihre negativen gesundheitlichen Einflüsse erwiesen sind oder vermutet werden. Allein in Bezug auf Funkwellen gibt es inzwischen weit über tausend Studien, die schädigende Auswirkungen wie z. B. neurologische Störungen oder eine erhöhte Krebsgefahr nachweisen. Besonders die Dauerbelastung durch Elektrosmog ist sehr kritisch zu sehen. So sollte Digital Detox nicht nur eine psychisch-mentale Entgiftung sein. Auch die Entlastung von körperlichen Stressfaktoren durch Elektrosmog ist ein wichtiger positiver Nebeneffekt von Digital Detox. Doch Elektrosmog ist unsichtbar. Wie kann man nun die eigene Belastung verringern?

Elektrosmog erkennen

Die Berufsgruppe der Baubiologen und darunter insbesondere jene Baubiologinnen und Baubiologen mit Zusatzqualifikation in baubiologischer Messtechnik, sind darauf spezialisiert, Elektrosmog messtechnisch zu erkennen.

Als Expertinnen und Experten mit entsprechender Ausrüstung können sie alle in Innenräumen vorliegenden Belastungen sicher detektieren. Quellen werden ausfindig gemacht und Ergebnisse nach baubiologischen Richtwerten bewertet. Sie erarbeiten professionelle Strategien zur Vermeidung oder Reduzierung und begleiten sachverständig deren Umsetzung.

Zudem gibt es inzwischen laientaugliche Messgeräte, die zumindest (sofern es sich um zuverlässige Modelle und die richtige Handhabung handelt) einen groben Überblick über die Elektrosmog-Situation für jeden möglich machen.

Abschalten – Abstand – Abschirmen

Der einfachste Weg zum Elektrosmog Detox: Schalten Sie ab!

  • Wo kein Strom fließt und keine Spannung anliegt, kann Elektrosmog erst gar nicht entstehen. Elektrische Geräte sollten daher bei Nichtgebrauch immer vom Stromnetz getrennt werden. Nutzen Sie am besten abschaltbare Steckdosenleisten. In manchen Fällen kann es sogar sinnvoll sein, ganze Stromkreise mittels Netzfreischalter über Nacht abzuschalten.
  • Smartphone öfter mal – und besonders nachts – ausschalten. Viele Smartphones sind übrigens im Flugmodus funkwellenfrei. Längere Nachrichten lesen und beantworten oder auch das Lesen von Artikeln kann man gut im Flugmodus.
Heute einfach mal abschalten!
  • Die WLAN- und Bluetoothfunktion läßt sich an Smartphones, Tablets und Computern ausschalten. Aktivieren Sie die Funktion nur, wenn Sie sie wirklich benötigen.
  • Statt über WLAN können Sie mit Ihrem Laptop auch funkwellenfrei über LAN-Kabel surfen. Das gleiche gilt für Tablets, die Sie mittels entsprechendem Adapter per Kabel mit dem Router verbinden können. Sogar einige Smartphone bieten diese Funktion neuerdings an!
  • Verzichten Sie auf Dauerbestrahlung durch WLAN-Router, besonders während der sensiblen Schlafphase. Bei den meisten Geräten könne eine automatische Nachtabschaltung einstellen und bei guten Geräten sogar die Sendeleistung anpassen.

Halten Sie Abstand zu allen Elektrosmogquellen!

  • Gerade am Schlafplatz sollten Sie zu allen Steckdosen und kabelführenden Leitungen mindestens 1 Meter Abstand halten.
Halten Sie Abstand zu Elektrosmogquellen
Abstand zu Elektrosmogquellen reduziert die Belastung erheblich.
  • Tragen Sie eingeschaltete Smartphones nicht am Körper, sondern in einer separaten Tasche. Wenn Sie telefonieren, tun Sie dies am besten über die Freisprechfunktion und halten das Gerät nicht an Ihren Kopf. Da die Funkstrahlung mit dem Quadrat zur Entfernung abnimmt, machen einige Dezimeter bereits einen deutlichen Unterschied.
  • Halten Sie Abstand zu Mobilfunkmasten und sonstigen funkenden Basisstationen (von WLAN-Routern, Schnurlostelefonen etc.)

Abschirmen ist eine Sache für Experten!

Und was ist, wenn der Elektrosmog von anderswo eindringt und sich daher weder abschalten lässt noch ein ausreichender Abstand möglich ist? Besonders für jenen Elektrosmog der elektromagnetischen Wellen der Funkstrahlung gibt es effektive baubiologische Abschirmmaßnahmen. Grundlage jeder Abschirmmaßnahme ist zunächst eine messtechnische Analyse der jeweiligen Situation mit Ermittlung aller Quellen und Intensitäten. Elektromagnetische Wellen können entweder mittels Reflexion (zurückwerfen) oder mittels Absorption (aufsaugen) verringert werden. Trifft eine elektromagnetische Welle auf ein absorbierendes Element (z.B. eine dicke Wand aus Beton), so ist ihre Intensität hinter der Wand geringer, die Belastung also vermindert. Meist kommt in der baubiologischen Praxis die Abschirmung mittels Reflexion zum Einsatz. Hierbei werden bestimmte Abschirmmaterialien (z.B. Folien, Gewebe, Anstriche) zwischen der Quelle und dem zu schützenden Bereich angebracht.

Abschirmgewebe richtig angebracht helfen die Belastung durch Funkwellen zu verringern.

Bei den Abschirmmaterialien handelt es sich um elektrisch leitende Flächen, welche die Fähigkeit haben, die Wellen zurückzuwerfen. Auch das führt folglich zu einer verminderten Belastung hinter der Abschirmfläche. Werden aber Abschirmflächen an falschen Stellen oder auch unsachgemäß angebracht, kann es aufgrund des Reflexionseffekts auch zu einer Verschlechterung der Situation kommen. Zudem beeinflussen Abschirmmaßnahmen gegen elektrische Felder die Verteilung von elektromagnetischen Wellen und umgekehrt. Um eine Situation nicht zu verschlimmbessern, ist es notwendig, die individuelle Situation ganzheitlich sachverständig zu erfassen und auf diese genau abgestimmte Abschirmkonzept zu entwickeln. In vielen Fällen ist dann eine deutliche und auch messtechnisch nachweisbare Reduzierung von Elektrosmog möglich.

Warum Kinder vor Elektrosmog stärker geschützt werden müssen

Kinder befinden sich noch in der körperlichen und geistigen Entwicklung. Daher reagieren sie in vielen Bereichen empfindlicher als Erwachsene.

Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) besteht bei der Frage, ob sich die Nutzung von Mobiltelefonen durch Kinder gesundheitlich auswirken könnte, nach wie vor Unsicherheit in der Risikobewertung.

Aufgrund dieser Unsicherheiten rät das BfS dazu, Kinder vorsorglich möglichst wenig elektromagnetischen Feldern und somit Elektrosmog auszusetzen.

Doch die Realität sieht anders aus. Kinder sind heute schon als Ungeborene passiv der Strahlung von Smartphones und Tablets – oft in unmittelbarer Nähe – sowie von DECT-Telefonen, WLAN-Routern und Sendemasten ausgesetzt.

Schon im Kleinkindalter bekommen immer mehr der Kleinsten von ihren Eltern ein Smartphone oder ein Tablet zur Benutzung. Nutzten 2014 weniger als ein Viertel (20 %) der Kinder ein Smartphone, waren es 2019 schon fast dreimal so viel (54 %). Im Alter von 12 Jahren haben heute 97 % aller Kinder ein Smartphone. Dazu kommen Tablet, Computer und Fernseher als zusätzliche Elektrosmogquellen zu Hause.

Erziehungseinrichtungen und staatliche Stellen fordern, Tablets und Smartphones als Lernmittel einzuführen.

Was kann dieser Trend der zunehmenden Digitalisierung für die Entwicklung unserer Kinder bedeuten?

Entwicklungsstörungen bei Kindern nachgewiesen

Eltern, die ihren Kindern zu früh Smartphone oder Tablet in die Hand drücken, gefährden die Entwicklung ihrer Kinder. Das lässt eine Untersuchung des Kölner Instituts für Medizinökonomie und medizinische Versorgungsforschung vermuten. Neben Folgen wie Schlaf- und Sprachstörungen und Fettleibigkeit bestehe bei Zwei- bis Fünfjährigen ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer halbstündigen Nutzung von Bildschirmmedien und motorischer Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen und allgemeiner psychischer Auffälligkeit.

Eine amerikanische Studie fand heraus, dass bereits ein einstündiges Starren auf einen Bildschirm die weiße Gehirnmasse des Kindes schrumpfen lässt. Und genau diese ist für die Entwicklung der Sprach- und Schreibfähigkeiten von enormer Wichtigkeit. Der negative Effekt steige mit dem Medienkonsum, erklärt einer der beteiligten Wissenschaftler. Je länger, desto schwächer die Gehirnleistung.

Auch wenn der Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und Denkfähigkeit noch weiter erforscht und verstanden werden muss, zeigen die bisherigen Ergebnisse: Die Bildschirmzeit von Kindern sollte begrenzt und zusätzlich gesunde Gewohnheiten der Kinder gestärkt werden. In Deutschland gibt es dazu leider derzeit noch keine offiziellen Empfehlungen.

Kanadische Experten haben, anhand von Forschungsergebnissen 2016, solche erlassen: mindestens eine Stunde körperliche Bewegung täglich, nicht mehr als zwei Stunden vor einem Bildschirm und zwischen neun und elf Stunden Schlaf.

Doch auch hier zeigt die Realität: fast ein Drittel der Kinder erfüllt keine einzige der drei Maßgaben, und fast die Hälfte nur eine davon. Nur fünf Prozent der Kinder erfüllten alle Empfehlungen und das mit sehr gut messbarem Erfolg. In Bezug auf die Lernfähigkeit, den sprachlichen Entwicklungsstand und das Kurzzeitgedächtnis schnitten sie am besten ab.

In Deutschland engagiert sich der Ulmer Psychiatrie-Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer, bekannt durch seine Bücher „Digitale Demenz“ und „Die Smartphone Epidemie“ für Kinder und Jugendliche. Diese leiden „im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Denkfähigkeit durch zu viel Bildschirmzeit“. Es werde „höchste Zeit, dass die Politik damit aufhört, den Alltag unserer Kinder noch mehr digitalisieren zu wollen, als dies jetzt schon der Fall ist“, warnt der Neurowissenschaftler und Psychiater eindringlich.

Wirkt sich Elektrosmog negativ auf die Kindesentwicklung aus?

Auch wenn bisher Wirkungsmechanismen noch nicht vollständig erforscht sind, zeichnen epidemiologische Untersuchungen ein klares Bild darüber, dass sich Elektrosmog negativ auf die Kleinsten auswirkt.

Eine besonders auffällige Entwicklung vollzieht sich seit Jahren beim Krankheitsbild ADHS. Der Arztreport der Barmer GEK (2013) mit dem Schwerpunktthema ADHS weist einen dramatischen Anstieg der ADHS-Diagnosen in 5 Jahren um etwa 42% bei Kindern und Jugendlichen. Und diese Entwicklung betrifft nicht nur Deutschland. Auch in den USA sind inzwischen rund 20% der 14 bis 17-jährigen von ADHS betroffen.

Interessant hierbei: die massive Zunahme von ADHS findet statt, obwohl fast alle sonstigen Umweltbelastungen seit Jahren konstant geblieben oder sogar rückläufig sind.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien die zeigen, dass elektromagnetische Felder wie sie die Funktechnologie verursachen, hierbei eine Rolle spielen. Eine Studie der WHO mit insgesamt knapp 29.000 Kindern untersuchte diesen Zusammenhang und fand eine 54%ige Erhöhung von Verhaltensauffälligkeiten (inkl. ADHS) bei Mobilfunkstrahlung ausgesetzten Kindern. Begannen die Kinder noch vor dem 7. Lebensjahr selbst mit dem Mobiltelefon zu telefonieren, waren gar bei 80% der Kinder Verhaltensauffälligkeiten zu finden. Die Studie begann bereits mit der Schwangerschaft der Mütter und deren Verhalten in Bezug auf Mobilfunkstrahlung.

Verschiedene Studien weisen außerdem nach, dass Kinder durch elektromagnetische Strahlung deutlich mehr gefährdet sind als Erwachsene. Denn Kinder absorbieren mehr Strahlung als Erwachsene: im Schädel doppelt so viel, im Knochenmark bis um das 10-fache.

Je jünger das Kind desto tiefer dringt die Mobilfunkstrahlung in den Schädel ein.
Das Eindringen der elektromagnetischen Strahlung im Vergleich. Links der Schädel eines 5-jährigen Kindes, in der Mitte eines 10-jährigen, rechts im Vergleich der Kopf eines Erwachsenen.

So übersteigt die Belastung bei Kindern sogar teils die offiziellen Grenzwerte, denn die bisherigen Methoden der Ermittlung (z.B. des SAR-Wertes) erfassen nicht die reale Strahlenbelastung einzelner Personen!

Statistiken und Studien weisen auch auf weitere Zusammenhänge zwischen einer Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern und Krankheitsbildern hin: Störung der neuronalen Entwicklung, Veränderungen der Myelisierung, ein erhöhtes Risiko für Hirntumore. Auch hier sind Kinder aus oben genannten Gründen besonders gefährdet.

Beim Schutz der Kinder sind die Eltern gefragt

Fruchtbarkeit und Schwangerschaft

Paare mit Kinderwunsch sollten sich schon rechtzeitig mit dem Thema Elektrosmog beschäftigen. Denn auch zum Thema Kinderwunsch gibt es interessante Erkenntnisse: Fünfzehn von 17 international durchgeführten Studien haben bisher die Schädigung der männlichen Spermien durch Mobilfunkstrahlung bestätigt. Eine verminderte Fruchtbarkeit als auch Schäden bei den Neugeborenen können laut Studienerkenntnissen die Folge sein.

Schützen Sie die Gesundheit Ihres Kindes und vermeiden Sie vor allem während der Schwangerschaft starke Mobilfunk-Strahlenquellen, damit die Zellreifung und Zellentwicklung nicht gestört wird! Somit verringern Sie nachhaltig das Risiko von Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten Ihres Kindes und tun auch Ihrer Gesundheit etwas Gutes.

Eine Beratung durch eine ausgebildete Baubiologin oder einen Baubiologen gibt Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie dies umsetzen können.

Elektrosmog am Kinderbett

Das Babyfon gibt vielen Eltern das sichere Gefühl, über Babys Schlaf wachen zu können. Doch erzeugen die meisten Babyfone zu viel Elektrosmog und das direkt am Kinderbett. Dies liegt an der DECT-Technologie, mit der die Signale vieler Babyfone übertragen werden. Die Zeitschrift “Öko-Test” untersuchte 2013 zahlreiche Produkte. Fast die Hälfte fiel mit “mangelhaft” oder “ungenügend” durch. Testsieger waren Geräte ohne schädliche DECT-Strahlung, die auch nur dann funken, wenn das Baby sich meldet. Achten Sie also bei Kauf eines Babyfons auf diese Kriterien.

Strahlende Windeln, die per Funk Daten über den Windelzustand und Babys Schlafverhalten aufs Handy der Eltern senden? Pampers hat es mit der Windel “Lumi” auf den Markt gebracht.

Homeschooling und digitales Lernen

Das durch die Corona-Krise entstandene Homeschooling und auch das digitale Lernen führen die meisten Kinder am Tablet oder Smartphone kabellos durch. Dadurch werden Kinder noch mehr und zusätzlicher Strahlenbelastung ausgesetzt! Dies wird derzeit von den wenigsten Eltern, Lehrern und Politikern in Deutschland reflektiert.

Die meisten Kinder sind beim digitalen Lernen Elektrosmog ausgesetzt.
Die meisten Kinder sind beim Homeschooling oder digitalen Lernen Elektrosmog, vor allem durch Funkstrahlung, ausgesetzt. Online über WLAN, die strahlende DECT-Basisstation nebenan.

Anders in Italien. Laut Pressemitteilung (Mai 2021) gibt es den Gesetzesvorschlag die Smartphone-Nutzung bei Kindern zeitlich zu begrenzen.
So soll in den ersten drei Lebensjahren des Kindes ein absolutes Verbot der Nutzung elektronischer Geräte gelten. Von vier bis zwölf Jahren sollen Kinder Smartphones und Tablets zwar verwenden können, allerdings mit zeitlicher Beschränkung und unter Aufsicht von Erwachsenen. Von vier bis sechs Jahren sollen die Kinder nicht mehr als eine Stunde pro Tag mit elektronischen Geräten umgehen, von sechs bis acht sollen es maximal drei Stunden sein. Von neun bis zwölf Jahren sind dann maximal vier Stunden erlaubt. Eltern, die sich nicht an die Vorschriften halten, müssten mit Geldstrafen zwischen 300 Euro und 1.500 rechnen.

“Wir müssen vermeiden, dass die Erwachsenen von morgen mit einer Reihe von Krankheiten leben müssen, die vom ungeregelten Gebrauch elektronischer Geräte abhängen”, wird der Gesetzentwurf begründet. Es werden Konzentrationsverlust, Schwierigkeiten bei der Sprachentwicklung, Aggressivität, Stimmungsschwankungen und Schlafprobleme als Folgen angeführt.

Ob sich ein solcher Gesetzesentwurf mit drastischen Strafen für die Eltern durchsetzen lässt und überhaupt in dieser Form sinnvoll ist?

Wichtiger als Vorschriften und Strafen sollte eine umfassende Aufklärung besonders der Eltern durch Politik und Medien sein. Doch solange dies in Deutschland nicht stattfindet, bleibt es Aufgabe und Engagement der Eltern, entsprechende Informationen einzuholen und ihre Kinder vor den unerwünschten Auswirkungen von Digitalisierung und Elektrosmog zu schützen.

Mein Tipp: Beschränken Sie die Medienzeit Ihrer Kinder auf ein sinnvolles, notwendiges Maß. Verkabeln Sie die Geräte, die Ihre Kinder benutzen und prüfen Sie, dass die Funkfunktionen deaktiviert sind. Online sein, mit Freunden chatten oder Filme streamen geht auch ohne elektromagnetisch Felder und somit erheblich elektrosmogreduziert!

Selber Elektrosmog messen: Ist das sinnvoll?

ENV RD-10 - der ideale Detektor um als Laie Elektrosmog selber zu messsen

Elektrosmog messen, das sei nichts für Laien, hört man regelmäßig aus Expertenkreisen. Einschlägige Testberichte geben den günstigen Elektrosmogmessgeräten für Jedermann ungenügende Noten, Laien seien zudem mit der Bedienung und Interpretation der Messergebnisse überfordert, die Ergebnisse selbst viel zu ungenau für die Ableitung von Maßnahmen, lauten die Argumente.

Obwohl diese Punkte alle faktisch richtig sind, kann es durchaus trotzdem Sinn machen, sich auch als Laie mit der Messung von Elektrosmog zu befassen und diese mit einem Laien-Messgerät durchzuführen.

Situationen, in denen es sinnvoll ist, Elektrosmog selbst zu messen

Es gibt durchaus zahlreiche Alltagssituationen, in denen das Selbstmessen von Elektrosmog für jeden von Nutzen ist. Vorausgesetzt man weiß, was man tut, beherrscht Basiswissen, kann sein Messgerät richtig bedienen und vor allem: Man kennt die Möglichkeiten und Grenzen seines Geräts.

Mit einem Laien-Messgerät oder Detektor können Sie sich jederzeit einfach und schnell einen groben orientierenden Überblick zu einer Situation verschaffen. Einige sinnvolle Beispiele hierfür:

  • Zu Hause lässt sich feststellen, ob z.B. der WLAN-Router ausgeschaltet ist, wie oft und wie lange ein Handy sendet oder ob Ihr Tablet im Flugmodus wirklich keine Funkstrahlung emittiert.
  • Sie können jedes Ihrer (Haushalts-) Geräte messtechnisch “untersuchen”. Dabei ergeben sich oft interessante Erkenntnisse! Funkt Ihr Kühlschrank? Wie stark ist das Magnetfeld, dem Sie beim Kochen Ihrem Herd ausgesetzt sind? Gibt es im Kinderzimmer funkendes Spielzeug?
  • Auf Reisen können Sie Ihren Schlafplatz auf Elektrosmog testen und bei starken Auffälligkeiten Geräte ausstecken oder entfernen oder um ein anderes Zimmer bitten.
  • Auch sonst, wenn Sie unterwegs sind, können Sie einfach Elektrosmog-Hotspots aufspüren und meiden. Dies ist gerade für besonders empfindliche Menschen von großem Nutzen.

Ihre Vorteile, wenn Sie sich zum Kauf eines Elektrosmog-Messgeräts entscheiden und selbst messen wollen:

  • Sie setzten sich mit den Grundlagen von Feldern, Wellen und Strahlung auseinander. Dieses Wissen, sowie die Erfahrung, die Sie beim Messen sammeln, wird Ihnen in vielen Situationen hilfreich sein.
  • Der unsichtbare Elektrosmog wird für Sie und die Menschen in Ihrem Umfeld visuell bzw. akustisch dargestellt und damit verständlicher und greifbarer.
  • Laien-Messgeräte sind günstig und je nach Bauart meist robust und leicht zu transportieren.
  • Die Elektrosmog-Situation in unserem Umfeld ist nicht statisch! Sie ist vielmehr ständigen Veränderungen unterworfen und daher dynamisch. Die Belastung durch elektrische, magnetische und besonders elektromagnetische Einflüsse nimmt besonders durch den Ausbau der Funknetze, des Internet of Things und die zunehmende Digitalisierung ständig zu. Wenn Sie also selbst messen, haben Sie die Möglichkeit, solche Veränderungen zu erkennen und weiterführende Maßnahmen einzuleiten.

Wo sind die Grenzen einer Laienmessung? Wann sollte man nicht selbst Elektrosmog messen?

Kleine Taschenmessgeräte oder auch günstige Elektrosmog-Messgeräte sind nicht in der Lage eindeutig bewertbare Ergebnisse zu liefern. Je nach Qualität und Empfindlichkeit sowie der jeweiligen Bauart der Geräte können Ergebnisse falsch ausfallen oder auch falsch interpretiert werden.

Zudem können solche Messgeräte in der Regel keine Analyse der einzelnen Funkdienste oder Frequenzen liefern – Informationen welche jedoch besonders für die Gesamtbewertung einer Situation oder für Sanierungen notwendig sind.

Auch zur Bewertung von Schlafplätzen eignen sich die Geräte nicht, da sie in der Regel weder empfindlich genug noch genau genug sind.

Um teure, professionelle Messgeräte hingegen zu bedienen, benötigen Sie ein großes Verständnis der messtechnischen Zusammenhänge z.B. durch eine entsprechende Ausbildung, genau Kenntnis über die komplexe Bedienung Ihres Messgerätes und entsprechende Erfahrung mit dem Messvorgang sowie mit der Bewertung der Ergebnisse.

Eine aussagekräftige Bewertung über die Belastung am Schlaf- oder Arbeitsplatz, über gesundheitliche Risiken oder die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen und deren zielführende Ausführung kann nur eine professionelle Messung bieten.

Meine Empfehlung für alle, die Elektrosmog selber messen wollen: Das ENV RD-10

Es gibt inzwischen eine unüberschaubare Auswahl an unterschiedlichen günstigen und teureren Elektrosmog-Messgeräten für den nichtprofessionellen Bereich. Doch welche dieser Geräte machen überhaupt für den Laien Sinn? Welche haben ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis? Und was soll und kann so ein Messgerät überhaupt leisten? Mit diesen Fragen sollten Sie sich vor dem Kauf eines Elektrosmog-Messgerätes beschäftigen.

Gute Geräte für Laien sind in der Regel so konzipiert, dass die Messergebnisse leicht ablesbar und interpretierbar sind und Sie nur wenig Vorwissen benötigen.

Ein gutes, zuverlässiges und leistungsfähiges Gerät ist das ENV RD-10, das zudem mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis aufwarten kann.

Elektrosmog Messung eines Druckers mit WLAN mit dem Detektor ENV RD-10
Das ENV RD-10 ist so konzipiert, dass die Messergebnisee auch von Laien leicht ablesbar und interpretierbar sind.

Was kann das ENV RD-10?

Das ENV RD-10 ist ein kompaktes, robustes, einfach zu bedienendes, doch überraschend ausgeklügeltes Tri-Mode-Messgerät (Messgerät mit drei Betriebsarten), denn es kann sowohl elektrische, als auch magnetische sowie elektromagnetische Felder messen. Es misst u.a. Felder von Mobilfunkbasisstationen, Smartphones und Handys, Smart Metern, WLAN-Routern und zahlreichen kabellosen Geräten. Ebenso misst das Gerät sowohl elektrische als auch magnetische Wechselfelder, welche unter anderem von Hochspannungsleitungen, Sicherungskästen und Haushaltsgeräten ausgehen.

Mit diesem Gerät können also 3 verschiedene “Arten” von Elektrosmog gemessen werden.

Das ENV RD-10 ist ein Detektor, der speziell für Laien entwickelt wurde. Es zeigt Ihnen die Stärke der Messergebnisse mittels 9 LEDs an: grün (gering), gelb (stark) und rot (extrem). Die Farbskala ist als einfache visuelle Interpretationsoberfläche gedacht. So soll es dem Benutzer ermöglicht werden, mittels einer einfachen intuitiven Oberfläche Messungen durchzuführen. Messungen mit diesem Gerät haben detektierenden Charakter.

Da das Gerät sehr robust und leicht ist (nur 50g!), lässt es sich einfach in Tasche, Jackentasche oder Koffer transportieren.

Entwicklung des ENV RD-10

Der Detektor wurde entwickelt, um elektrosensiblen Menschen in ihrem Alltag zu helfen. Aufgrund seines geringen Gewichts kann er während der Tagesaktivitäten mitgeführt werden. Messergebnisse des gelben und roten Bereichs werden von einem Warnton begleitet. Sind Sie in Bewegung, werden Ihnen Elektrosmog-Hotspots akustisch angezeigt. (Der Warnton lässt sich einfach mittels des Sound ON/OFF Schalter aus- oder wieder anschalten.)

Sowohl technisch interessierte als auch elektrosensible Menschen schätzen das ENV RD-10 connect, welches als zusätzliche Funktion Messwerte über einen längeren Zeitraum aufzeichnen kann. Die aufgezeichneten Daten des ENV RD-10 Model connect können auf einen Computer übertragen und ausgelesen werden.

Im Bereich elektromagnetischer Wellen kann das ENV RD-10 mit einem sehr weiten Frequenzbereich von 100MHz bis 8GHz aufwarten. Somit kann nahezu jede gängige Funkfrequenz, inklusive der aktuellen 5G Frequenzen, aufgespürt werden.

Im Bereich der elektrischen und magnetischen Felder umfasst der Frequenzbereich 50Hz bis 50kHz bzw. 10kHz, was bedeutet dass hier alle haushaltsüblichen Geräte und auch Oberwellen erfasst werden. Felder die durch Bahnstrom erzeugt werden, kann das Gerät nicht erkennen.

Wie aussagekräftig sind die Messergebnisse des ENV RD-10?

Das Gerät enthält eine auf der Oberfläche integrierte Tabelle, welche die LED-Anzeige in numerische Messwerte umwandelt. Diese können auch begrenzt* zur Bewertung durch die baubiologischen Richtwerte herangezogen werden. Die vom Hersteller angegebene Genauigkeit der Messwerte ist für ein Messgerät dieser Preisklasse sehr gut.

Das ENV RD-10 ist ein Breitband-Detektor. Das bedeutet, dass er alle Signale aller Quellen im jeweiligen Betriebsmodus einfängt. Beispiel: Es werden sowohl die Emissionen einer Mobilfunkbasisstation als auch eines WLAN- Routers, welche zur gleichen Zeit senden, erfasst und ein kombiniertes Gesamtergebnis dargestellt.

Zudem fungiert der Messdetektor als “peak”-Detektor. Dies bedeutet, dass immer das Maximum (peak) angezeigt wird.

Bitte beachten Sie hier:

Die Messergebnisse des ENV RD-10 haben nur grob orientierenden Charakter. Eine Messung mit diesem Gerät ist nicht mit einer professionell durchgeführten Messung vergleichbar und kann diese auf keinen Fall ersetzen.

* Um eine Bewertung nach Baubiologischen Richtwerten durchzuführen, ist der Detektor nur begrenzt geeignet, da die Empfindlichkeit zu gering ist. Auch die Einzelbewertung von Funkdiensten oder Frequenzen ist nicht möglich. Starke oder Extreme Auffälligkeiten können mit dem Detektor jedoch in vielen Fällen erkannt werden*.

Fazit

Elektrosmog ist inzwischen allgegenwärtig. Doch wir können ihn nicht sehen, nicht riechen, nicht hören. Die (inzwischen vielfach nachgewiesene) schädigende Wirkung von Elektrosmog ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Daher macht es Sinn, sich die Situation in Ihrem Haus, an Ihrem Arbeitsplatz und an anderen Orten anzusehen.

Die sichere und bewährte Methode um gesundheitlichen Risiken durch Elektrosmog vorzubeugen ist eine professionelle Messung durch eine baubiologisch ausgebildete Messtechnikerin oder einen baubiologisch ausgebildeten Messtechniker. Doch selbst zu messen ist eine hervorragende Ergänzung hierzu.

Das ENV RD-10 ist ein perfekt geeignetes und für Jedermann sehr einfach zu bedienendes Gerät, mit dem Sie sich einen groben Überblick zu verschaffen können. Starke und extreme Auffälligkeiten werden zuverlässig erkannt, Hotspots zu Hause, im Auto, am Arbeitsplatz und unterwegs identifiziert und Fragen im Bereich der neuen Funktechnologien (was funkt, wie oft und wie lange?) leicht beantwortet.

Zudem macht das Gerät richtig Spaß – Kindern wie Erwachsenen. Wie wäre es mit einer Elektrosmog-Ralley durchs Haus? Wer findet die Stellen, an denen das Gerät piepst? Auch Kindern und Jugendlichen kann so auf einfache und anschauliche Weise gezeigt werden, dass z.B. ihr Smartphone (gerade wenn viele Apps darauf verwendet werden) ständig sendet und dass es im Flugmodus plötzlich “ruhig” ist.

Ich selbst besitze das ENV RD-10 seit knapp 2 Jahren und gehe kaum mehr ohne aus dem Haus.

Sie werden staunen, wie Sie mit dem ENV-RD-10 plötzlich einen neuen Blick auf Ihre Umwelt bekommen!

Formaldehyd in Spanplatten: Das “tödliche Bücherregal”

Über 90 % der auf dem Markt angebotenen Möbel bestehen aus furnierten Spanplatten.

Die erste Spanplatte wurde 1940 in Bremen unter Verwendung von Formaldehyd-Harzen hergestellt. Sie löste einen Boom in der Bau- und Möbelindustrie aus, denn nun konnte der Verwertungsgrad von Bäumen von 40 % auf 80 % gesteigert werden. Eigentlich eine gute Sache will man meinen.

Der Grundstoff für Spanplatten ist Abfallholz in Form von kleingehackten Spänen. Diese werden unter hohen Temperaturen und Druck in Form gepresst. Um die Festigkeit zu gewährleisten, wird jede Menge Kunstharzleim zugegeben. Klassischerweise handelt es sich dabei um Formaldehydharz-Leime.

1992 untersuchte das Magazin “Stern” verschiedene Regale auf Formaldehyd. Die Ergebnisse waren erschreckend: “Krank durch Billy” titelte das Magazin und IKEAs Regal-Verkaufsschlager Billy war plötzlich als “tödliches Bücherregal” in aller Munde.

Die Gesundheitsgefahren, welche von formaldehydausgasenden Möbeln ausgehen, sind seither vielen Menschen bekannt. Formaldehyd ist der Möbelschadstoff Nr.1 und das bekannteste Innenraumgift.

Mit rund 21 Mio. Tonnen Jahresproduktion (Stand: 2019) ist Formaldehyd einer der wichtigsten Grundstoffe der chemischen Industrie.

Als leichtflüchtiger Stoff gast Formaldehyd aus z. B. Lacken und Klebern recht schnell aus. Bei Möbeln aus Holzwerkstoffen jedoch sieht es anders aus: Noch viele, viele Jahre nach dem Kauf geben diese das gefährliche Wohngift an die Raumluft ab, denn durch eine chemische Reaktion mit der Raumluftfeuchte wird es immer wieder neu gebildet und freigesetzt. Formaldehyd entweicht folglich über die gesamte Lebensdauer der Spanplatte. Erst wenn die Spanplatte zu Spänen zerfallen ist, ist der Prozess beendet.

Gesundheitliche Auswirkungen von Formaldehyd

Formaldehyd ist sehr reaktiv. Es wird sowohl über die Schleimhäute als auch über die Haut aufgenommen. Zu den typischen gesundheitlichen Folgen einer Formaldehyd-Belastung gehören gerötete und/oder tränende Augen, Schleimhautreizungen, Asthma, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Formaldehyd schädigt das Immunsystem.

2004 hat die IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) Formaldehyd als für den Menschen krebserzeugend (carcinogetic to humans, group 1) eingestuft, was auch zu einer Neubewertung in Deutschland geführt hat.

Schützt mich der Gesetzgeber vor Formaldehyd?

Um die Verbraucher vor einer zu hohen Belastung mit Formaldehyd zu schützen, wurden Formaldehyd-Emissionsklassen eingeführt. Auch wurde die Verwendung des Stoffes wegen der Gefährlichkeit in den letzten Jahren zwar deutlich eingeschränkt, jedoch nicht komplett aus der Produktion von Baustoffen und Möbeln verbannt.

In Deutschland sind für Möbel und Innenausbau nur noch Produkte der Emissionsklasse E1 zulässig. Doch E1 bedeutet nicht “formaldehydfrei”. E1 bedeutet: Das Material entlässt unter bestimmten Bedingungen nicht mehr als 0,1 ppm (dies entspricht. 125 μg/m³) Formaldehyd in die Raumluft.

Sind E1-Platten unbedenklich?

Zum Nachweis einer E1 Klassifizierung wird das zu untersuchende Material bei bestimmten Raumluftparametern in eine Prüfkammer gegeben. Nach einer definierten Zeit wird die Ausgasung gemessen. Diese Laborbedingungen entsprechen jedoch in keiner Weise üblichen Wohnbedingungen. Zusätzlich werden in der Prüfkammer gerade die für die Ausgasung kritischen offenen Kanten abgeklebt!

Verschiedene Vereinigungen, darunter der Blaue Engel, fordern daher deutlich strengere Werte.

Auch die baubiologischen Richtwerte empfehlen niedrigere Werte: Bei baubiologischen Untersuchungen der Raumluft gelten bis 50 μg/m³ als tolerabel. Werte über 50 μg/m³ sind stark und über 100 μg/m³ extrem auffällig und somit aus baubiologischer Sicht nicht mehr zu akzeptieren.

Bei sensiblen Menschen kann Formaldehyd bereits ab einer Konzentration von 60 μg/m³ allergische Reaktionen hervorrufen.

2020 wurden in Deutschland die Prüfkammerbedingungen verschärft, sodass bei gleichbleibendem Grenzwert die Holzwerkstoffe nur noch halb so viel Formaldehyd ausgasen dürfen.

Dennoch: Seien Sie sich also darüber im Klaren, dass E1 nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal ist. Im Sinne einer aktiven Gesundheitsvorsorge sollte in Ihren Innenräumen keine Belastung mit Formaldehyd vorliegen. Vermeiden Sie daher zuhause besser E1-Platten.

Gerade ältere oder ausländische Möbel, deren Herstellung nicht den aktuellen deutschen Standards entsprechen, können Formaldehydausgasungen bedenklicher Konzentration erreichen.

Wie hoch die Formaldehyd-Belastung im Raum ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, im Besonderen natürlich von der Fläche und Qualität der verbauten Holzwerkstoffe und der Raumgröße.

Ihr Möbelverkäufer sagt: “Formaldehyd? Kommt auch in der Natur vor!”

Tatsächlich: Manche Früchte enthalten Formaldehyd. Formaldehyd entsteht im menschlichen Körper bei Stoffwechselvorgängen und gast auch aus naturbelassenem Massivholz aus.

Die in Holzwerkstoffen verwendeten Formaldehydharze werden jedoch künstlich hergestellt. Und es verhält sich wie bei Vielem: In geringen Mengen ist Formaldehyd unbedenklich. Es kommt auf die Dosis an.

Im Vergleich zu Spanplatten enthalten Massivholzmöbel deutlich weniger Formaldehyd (bis zum hundertfachen), sodass selbst bei zahlreichen Möbeln kaum erhöhte Werte in Innenräumen erreicht werden.

Bei einer baubiologischen Messung wird die Raumluft auf Formaldehyd untersucht. Im Gegensatz zu (oft realitätsfremden) Prüfkammerbedingungen wird hier die Menge an Formaldehyd gemessen, der die Bewohner ausgesetzt sind.

Gibt es auch unbedenkliche(re) Spanplatten?

Ja!

Eine gute Alternative sind F0-Platten (Herstellerbezeichnung). Hier wird ein formaldehydfreier Kleber verwendet. Es gibt auch zementgebundene Spanplatten. Auch Magnesit ist ein formaldehydfreies Bindemittel für Holzwerkstoffe.

Manche Hersteller verwenden die Bezeichnung E0,5 D2020 um darauf hinzuweisen, dass es sich um Holzwerkstoffe der neuen Prüfkammerbedingungen seit 2020 handelt.

Auch Holzwerkstoffe mit dem NaturePlus- oder Eco-Institut-Siegel gasen nur geringe Mengen von Formaldehyd aus.

Besser nicht:

Seit 2016 dürfen Produkte mit dem Blauen Engel 80 μg/m³ in der Prüfkammer ausgasen (bis 2016 nur 60 μg/m³) und sind daher nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Platten mit der Kennzeichnung E1+ emittieren in der Prüfkammer maximal 80 μg/m³ und sind somit wie jene mit dem Blauen Engel nicht für große Flächen geeignet.

Keinesfalls verwenden sollten Sie Produkte der Emissionsklasse E2. Diese dünsten die 10-fache Menge der E1 Platten aus: 1250 μg/m³. Bei E3 Produkten entstehen sogar 1750 μg/m³ Formaldehyd in der Raumluft im Prüfkammerversuch!

Viele Möbel enthalten Formaldehyd. Dieses entweicht aus Holzwerkstoffen wie Spanplatten.

10 wertvolle Tipps: So vermeiden Sie Formaldehydbelastungen im Wohnbereich

  1. Bevorzugen Sie bei der Anschaffung von Möbeln Vollholzmöbel aus massivem, unbehandeltem Holz. Achten Sie auch auf die Rückwände und Schubladen!
  2. Verzichten Sie auf Laminatböden, diese enthalten oft Formaldehyd zur Feuchte-Imprägnierung.
  3. Auch Korkfußböden können Formaldehyd enthalten – prüfen Sie das Produkt ihrer Wahl.
  4. Wenn Sie Holzwerkstoffe im Wohnraum verwenden möchten, achten Sie auf die Emissionsklasse, die Herkunft und das Herstellungsdatum der Produkte.
  5. Furnierte Oberflächen vorhandener Spanplattenmöbeln können mit Bienenwachs und einem weichen Lappen eingerieben werden. Bienenwachs hat die Fähigkeit Formaldehyd zu binden.
  6. Auch Bohrlöcher können mit Bienenwachs verschlossen werden, um Ausdünstungen zu vermeiden.
  7. Offene Kanten oder auch ganze Möbel können durch Lackieren versiegelt werden. Verwenden Sie hierzu ausschließlich Lacke, die zur Versiegelung geeignet sind und zudem keine Schadstoffe enthalten.
  8. Rauchen Sie nicht! Ein Raucher nimmt pro Zigarettenpackung 3 mg Formaldehyd auf, Raucher von E-Zigaretten bei gleichem Konsum sogar 14 mg. Übrigens: im kalten Nebenstrom ist 50 x mehr Formaldehyd enthalten, als im Hauptstrom!
  9. Helfen können auch Zimmerpflanzen, die Formaldehyd abbauen. Es eigenen sich: Drachenbaum (Dracena), Efeutute (Epipremnum aureum), Goldfruchtpalme (Chamaedorea seifrizii), Zimmeraralie (Fatsia japonica), Birkenfeige (Ficus benjamina), Grünlilie (Chlorophytum comosum), Scheidenblatt (Spathiphyllum), Fensterblatt (Monstera deliciosa), Orchideen (Orchidaceae), Flamingoblume (Anthurium andraeanum), Schwertfarn (Nephrolepis exaltata), Gummibaum (Ficus elastica), Steckenpalme (Rhapis excelsa), Philodendren (Philodendron)
  10. Vorsicht bei älteren Fertighäusern! Hier wurden oft großflächig Spanplatten verbaut.

Haben Sie Verdacht auf eine Formaldehyd-Belastung der Raumluft, bringt eine Raumluftuntersuchung Klarheit!

Der neue Mobilfunkstandard 5G in München

Der neue Mobilfunkstandard 5G befindet sich gerade im Aufbau

25.5.2020 Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) will das 5G-Mobilfunk-Netz in München schnell ausbauen.

Die deutlich effizientere 5G-Mobilfunk-Technologie unterteilt sich dabei auf zwei Netzebenen: Zum einen braucht es mehr Mastanlagen auf Dächern und Gebäuden als Basisinfrastruktur. Zum anderen sind noch sogenannte Kleinzellen nötig, die das Netz zusätzlich unterstützen.

Deshalb möchte Clemens Baumgärtner in seiner Vorlage dem Stadtrat folgenden Vorschlag machen: Für die großen Antennen und Masten sollen grundsätzlich jegliche städtische Liegenschaften, Gebäude und Freiflächen geprüft werden. Bis Ende 2021 soll so die Nutzung städtischer Gebäude und Liegenschaften für Internet-Masten von aktuell zwei auf sieben Prozent erhöht werden.

Zudem sollen möglichst viele Standorte für 5G-Kleinzellen in der Stadt auserkoren werden. Baumgärtner nennt hier etwa Hauswände, Laternen- und Lichtmasten, Verkehrsschilder, Haltestellen und Werbetafeln. Einbezogen werden sollen auch die Stadtwerke München (SWM) als städtische Tochtergesellschaft. Auch hier sollen alle Gebäude und Liegenschaften überprüft werden. Quelle: Abendzeitung

Hier finden Sie die offiziellen Empfehlungen der Stadt München zum Umgang mit elektromagnetischen Feldern.

Gefährlicher Schimmelpilzbefall: Myriaden* an Sporen in der Raumluft

Schimmelpilzbefall mit Sporenbildung

Cleveland, 1997. In der amerikanischen Großstadt erkranken ungewöhnlich viele Säuglinge an der Lunge. Von 30 schwer erkrankten Babys sterben 9. Die Häuser in denen die betroffenen Familien wohnen, haben eines gemeinsam: Aufgrund eines Hochwassers sind sie feucht. An den Wänden wuchern Schimmelpilze. Tatsächlich wird der Schimmelpilzbefall als Verursacher der Erkrankungen bestätigt.

1997 waren die Gefahren durch Schimmelpilze in Deutschland noch weitgehend unbekannt und wurden auch nicht untersucht. Es gab keine Richtwerte für Schimmelpilzgifte oder -sporen in Innenräumen, Mediziner nahmen Klagen über Schimmelpilze oftmals nicht ernst, die Baubiologie steckte noch in ihren Anfängen.

Gesundheitsgefahr durch Schimmelpilze

Vieles hat sich zwischenzeitlich geändert. Schimmel gilt heutzutage als ernstzunehmender gesundheitlicher Risikofaktor.

Im Fokus stehen dabei allergische Reaktionen, besonders Asthma aber auch Beschwerden wie Schnupfen, Husten, Bronchitis, Atemnot, Hautreaktionen oder Augenbrennen. Schimmelpilze können aber auch zu schweren Infektionen, besonders in der Lunge, führen.

Verursacher sind Sporen, die Schimmelpilze zu ihrer Fortpflanzung ausbilden. Übertragen durch die Luft erreichen sie so neue Lebensräume. Sporen dienen übrigens auch der Überdauerung, sollten ungünstige Lebensbedingungen zum Absterben der Schimmelpilze führen.

Schimmelsporen sind winzig, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Ihre Größe liegt meist unter 10 µm, das ist kleiner als 1/100 Millimeter! Ein Gramm Staub kann mit Millionen von Schimmelpilzsporen belastet sein!

Schimmelpilzsporen gelangen durch Einatmen in die Lunge.

Besonders gefährdete Personen

Der gesunde Mensch kann eine gewisse Menge an Schimmelpilzen und Sporen in der Regel gut abwehren. Dies setzt jedoch ein intaktes Immunsystem voraus. Gefährdet sind all jene Personen, deren Immunsystem noch nicht oder nicht mehr völlig fit ist. Dies betrifft im Besonderen:

  • Säuglinge und Kinder
  • Menschen mit Immunschwächekrankheiten
  • Menschen die eine immunsuppressive Therapie / Chemotherapie bekommen
  • Menschen mit Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukozyten)
  • Leukämiekranke
  • Alte und kranke Menschen
  • Coronapatienten

Schimmelpilze und das Immunsystem

Doch Schimmelpilzsporen können auch das Immunsystem von Gesunden schädigen und für Krankheiten anfällig machen. Wie stark sich Schimmelpilze auf die Gesundheit auswirken, hängt von verschiedenen Faktoren ab: der Zeit, der man den man Sporen ausgesetzt ist, der Menge der Sporen und der Art des Schimmelpilzes.

Besonders gefährliche Schimmelpilze

Schimmelpilze finden sich überall in der Natur. Sie übernehmen dort die wichtige Aufgabe der Zersetzung von organischen Abfällen. Man schätzt, dass es etwa 250.000 Schimmelpilzarten gibt – eine enorme Artenvielfalt!

An und in Häusern wurden etwa 200 verschiedene Arten ermittelt. Rund 40 davon werden als gesundheitsschädlich eingestuft.

Manche Schimmelarten haben aggressivere Sporen als andere. Einige enthalten auch teilweise gefährliche Mykotoxine. Das sind Schimmelpilzgifte, die im Körper schwerste Krankheiten auslösen können. Neben der Lunge können auch Haut, Ohren, Nebenhöhlen, weitere innere Organe und sogar das zentrale Nervensystem befallen werden.

Die Gefahr durch Schimmelsporen nicht unter- aber auch nicht überschätzen!

Ein kleiner Schimmelfleck an der Wand stellt für Gesunde noch kein lebensbedrohliches Risiko dar.

Doch ab einer Befallsfläche von 50 cm² – das entspricht etwa einem Quadrat von 7 x 7 cm – oder falls Personen mit höherem Risiko im Haushalt leben, sollte man unverzüglich aktiv werden.

Was kann ich vorsorglich tun, um Schimmel zu vermeiden?

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie sollte jeder unbedingt auf sein Immunsystem achten. Daher sollte auch der Vermeidung von Schimmel entsprechende Aufmerksamkeit gegeben werden.

Also dem Schimmelpilz das Leben schwer machen! Schimmelpilze lieben Feuchtigkeit, Wärme und Nährstoffe.

Daher sollten Sie folgendes tun:

  • Achten Sie auf Sauberkeit, dann bieten Sie Schimmelpilzen wenig Nährstoffe.
  • Verwenden Sie alkalische Materialien, denn die mag der Schimmelpilz nicht.
  • Achten Sie auf eine relative Luftfeuchtigkeit unter 55%.
  • Lüften Sie regelmäßig und ausreichend, besonders wenn Feuchte produziert wurde. Dies geschieht besonders beim Kochen, Duschen, Waschen und im Schlafraum

Hilfe, bei mir ist ein Schimmelpilzbefall!

Sichtbarer Schimmelpilzbefall sollte mikrobiologisch untersucht werden. Probenahme und Analyse durch ein Fachlabor gehört zum Aufgabenspektrum der Baubiologie Perner Neidhardt. So kann das Gesundheitsrisiko eingeschätzt werden.

Eine baubiologische Untersuchung der Raumluftparameter sowie der Oberflächen und -temperaturen ist nötig, um der Ursache des Schimmelpilzbefalles auf den Grund zu gehen. Nur die Ursachenbekämpfung hält Ihnen den Schimmelpilz dauerhaft vom Leib, bzw. vom Haus!

Oft liegen Beschwerden oder Verdachtsmomente vor (z.B. als Resultat einer medizinischen Untersuchung auf Schimmelpilzbelastung) obwohl kein Befall sichtbar ist.

Hier hilft die baubiologische Analyse der Raumluft weiter. Mit dieser Methode kann auch versteckter Schimmelbefall aufgedeckt werden.

*Eine Myriade ist eine sehr große Anzahl von etwas, also eine derart große Menge, dass sie nicht ohne Weiteres genau abgezählt werden kann.

Filmpremiere mit Diskussion am 8.11.2020 abgesagt

5G Die Technik die Türen öffnet?

im Kino am Tegernsee um 11.00 Uhr

Herzliche Einladung zur Filmpremiere unseres Infofilms zum Mobilfunkstandard 5G

Die Digitalisierung und Vernetzung unserer Gesellschaft soll mit dem neuen Funk-Standard 5G weitgehend über Mobil-Einheiten und Kommunikations-Sende-Anlagen, die ca. alle 100 m installiert werden sollen, sowie über ca. 23.000 Satelliten erfolgen. Der massive Ausbau der 5G-Infrastruktur und der damit verbundenen zusätzlichen Strahlenbelastung wird für die gesamte Bevölkerung enorm ansteigen. Dies löst unter den Anwohnern eine kontroverse Diskussion aus. Wo wird 5G überhaupt benötigt und wer nutzt es wofür? Was bedeutet der neue Mobilfunkstandard für unsere Region Miesbach, Tegernsee, Schliersee und das ganze bayerische Oberland?

Die Inhalte stammen von zahlreichen Studien aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Amerika und aus Interviews, die der Filmemacher Matthias Nieschke analysiert und ausgewertet hat: TV-Beiträge, Interviews mit Wissenschaftlern, Baubiologen, Ärzten, Firmeninhabern, IT-Sicherheitsexperten, Tourismusbetreibern, Landwirten, Imkern, Bürgern und Kommunalpolitikern.

Auch die Baubiologie Perner Neidhardt kommt im Film vor.

Ein Film von Info-Kino. Hier finden Sie auch weitere Termine.

Über die Auswirkungen von Elektrosmog auf die Fruchtbarkeit

Elektrosmog kann zu Störungen der Fruchtbarkeit

Machen Laptop und Handy unfruchtbar?

70 Millionen Paare weltweit haben mit Unfruchtbarkeit zu kämpfen.

Eine argentinische Studie fand heraus, dass elektromagnetische Strahlung zu eingeschränkter Zeugungsfähigkeit bei Männern führen kann. Spermienproben wurden unter einen Laptop gelegt, dessen WLAN-Verbindung aktiviert war. Die Beweglichkeit der Spermien war gegenüber der Vergleichsgruppe deutlich reduziert. Zudem zeigte eine erhöhte Zahl der Spermien DNA-Schäden.

Auch der Transport von Mobiltelefonen in Hosentaschen oder am Gürtel ist problematisch für die männliche Fruchtbarkeit. Das hat eine Studie aus Großbritannien ergeben. Durch den engen Kontakt zwischen Unterleib und Handy-Strahlung können Spermien geschädigt werden.

Männer sollten, um ihre Fortpflanzungsfähigkeit nicht zu beeinträchtigen, den Laptop nicht auf dem Schoß platzieren und das Handy nicht in der Nähe des Unterleibs transportieren.

Hier gehts zu meinen WLAN-Tipps.