Mangelnde Fruchtbarkeit – wie Weichmacher, PCB und Pestizide die Fruchtbarkeit schädigen

Mangelnde Fruchtbarkeit - ein Problem der Gegenwart und Zukunft

Mangelnde Fruchtbarkeit lässt zahlreiche Paare ungewollt kinderlos und sie benötigen die Unterstützung der Reproduktionsmedizin. Generell nimmt die Fruchtbarkeit ab, ein besorgniserregender Trend. 2014 konnte nachgewiesen werden, dass endokrine Disruptoren die männliche Fruchtbarkeit schädigen. Viele dieser Chemikalien sind auch in Innenräumen zu finden. Paare mit Kinderwunsch, aber auch junge Familien und Schwangere sollten hierauf ein besonderes Augenmerk legen.

Rund zwölf Prozent aller Paare sind ungewollt kinderlos und ihr Anteil wächst. Jeder sechste Mensch ist laut einer WHO-Studie unfruchtbar. Die Qualität der Spermien ist im freien Fall.

Für den Zeitraum 1973 – 2011 wurde ein Abfall der Spermienqualität von rund 50 % ermittelt. Ähnliches gilt für die Anzahl: 2018 hatte der Durchschnittsmann nur noch halb so viele Spermien im Ejakulat wie in den 1970ern. Für einen aktuellen Podcast titelt Zeit online gar von einer „Spermien-Apokalypse“ und fragt, ob das Ende der Menschheit drohe.

Zu drastisch? Fakt ist: Hatten Männer 1973 noch 101 Millionen Spermien pro Milliliter, waren es 2018 nur noch 52 bis 65 Millionen. Eine Menge … und immer noch genug? Mag sein, denn erst bei unter 20 Millionen pro Milliliter gilt die Fruchtbarkeit als beeinträchtigt.

Setzt sich der statistische Trend jedoch ungebremst fort, könnte sich die Spermienproduktion bis 2045 dem Nullpunkt annähern. Und dies ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Bereits 1996 war im Spiegel zu lesen, dass die Spermienzahl pro Jahr um 2 % sinke. Der Artikel erläuterte, dass Umweltgifte für diesen Trend in Verdacht stehen und sich die Medizin auf immer mehr Kinder aus der Retorte einstellt.

Ungewollt kinderlos zu sein, ist für Betroffene eine erhebliche Belastung: seelisch, körperlich und finanziell.

Also höchste Zeit, sich mit den Ursachen zu beschäftigen. Neben medizinischen und psychischen Einflüssen spielen insbesondere Umwelteinflüsse eine große Rolle. Und einige davon sind in Innenräumen zu finden. Eine erhöhte Exposition gegenüber bestimmten hormonell wirksamen Substanzen, sogenannten endokrinen Disruptoren, kann die weibliche und männliche Fruchtbarkeit erheblich beeinflussen. Auch elektromagnetische Strahlung steht in Verdacht, die Fruchtbarkeit zu schädigen.

Die WHO beobachtet seit einigen Jahrzehnten zunehmende gesundheitliche Beschwerden, die mit dem Hormonsystem zusammenhängen. Neben einer immer früher einsetzenden Pubertät bei Mädchen in den westlichen Industrieländern, beunruhige auch die nachlassende Spermienqualität junger Männer in Europa und die zunehmende Zahl an Brust-, Prostata-, Schilddrüsen oder Hodenkrebsfällen. 2012 hat die Organisation endokrine Disruptoren als ernstzunehmende Bedrohung definiert.

Eine der Ursachen der mangelnden Fruchtbarkeit sind endokrine Disruptoren, Chemikalien, die das Hormonsystem stören.
Ein endokriner Disruptor ist eine Chemikalie, welche die Funktion des endokrinen Systems ändert und dadurch negative gesundheitliche Auswirkungen auf einen intakten Organismus oder dessen Nachkommen verursacht.

„Endokrine Disruptoren (ED) sind Chemikalien oder Mischungen von Chemikalien, die die natürliche biochemische Wirkweise von Hormonen stören und dadurch schädliche Effekte (z.B. Störung von Wachstum und Entwicklung, negative Beeinflussung der Fortpflanzung oder erhöhte Anfälligkeit für spezielle Erkrankungen) hervorrufen“, definiert das Umweltbundesamt auf seiner Website.

Zu unterscheiden sind sie von endokrin aktiven Substanzen (EA). Diese haben zwar Einfluss auf das Hormonsystem, „wobei es aber beim aktuellen Stand des Wissens noch unklar ist, ob diese Wechselwirkung zu einem schädlichen Effekt auf den gesamten Organismus führt oder nicht“. Ein schädliches Potential der EA ist also keineswegs ausgeschlossen.

Substanzen mit endokriner Wirkung werden in der Lebensmittelindustrie, Medizin, Empfängnisverhütung, Kosmetik sowie in Alltagsprodukten und Baumaterialien eingesetzt. Zu den bekanntesten gehören Bisphenol A, Parabene, bestimmte Weichmacher oder Flammschutzmittel, polychlorierte Biphenyle (PCBs) und einige Pestizide.

Phthalate werden vor allem als Weichmacher für den billig herzustellenden Kunststoff Polyvinylchlorid (PVC) verwendet, der sonst zu hart und brüchig wäre. Von der jährlich in Westeuropa erzeugten einer Million Tonnen Phthalate gehen über 90 % in die Produktion von Weich-PVC. Diese Produkte bestehen dann zu 30 – 35 % aus Weichmachern.

Der größte Endnutzer von Weich-PVC ist die Bauindustrie. Das große Problem dabei ist: Die Phthalate sind nicht an das Material gebunden. Sie dünsten aus und verteilen sich durch Abrieb und belasten so die Innenraumluft. Über die Atmung oder direketen Kontakt mit dem Material gelangen die Stoffe in den Körper.

Typische Quellen von Phthalaten in Innenräumen sind Bodenbeläge, Kunstleder, Tapeten, Teppiche oder Kabelummantelungen.

Weichmacher beeinträchtigen die Fruchtbarkeit. PVC-Bodenbeläge bestehen aus bis zu 35 % Weichmachern.
Bodenbeläge, Teppiche, Kunststofftapeten: Besonders wenn phthalathaltige Kunststoffe großflächig verbaut sind, kann die Innenraumluft belastet sein.

Die fünf am häufigsten eingesetzten Phthalate sind:

  • DIDP (Diisodecylphthalat)
  • DINP (Diisononylphthalat)
  • DEHP (Diethylhexylphthalat)
  • DBP (Dibutylphthalat)
  • BBP (Benzylbutylphthalat)

Dabei war DEHP lange das am häufigsten verwendete Phthalat.

Von der EU sind derzeit DEHP, DBP und BBP als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Bei Männern senken sie die Zahl der Spermien und haben zudem das Potential, das Kind im Mutterleib zu schädigen. Daher werden seit einigen Jahren DEHP, DBP und BBP durch die Ersatzphthalate DIDP und DINP ersetzt. Diese machen derzeit den größten Anteil der eingesetzten Phthalate aus. Sie sind chemisch den ersteren ähnlich, aber derzeit nicht als gefährlich eingestuft. Dennoch hat die EU Phthalate für Baby- und Kinderartikel gänzlich verboten.

Bis 2006 enthielt Kinderspielzeug gefährliche Weichmacher (Phthalate).
Vermeiden Sie ältere Spielzeuge aus Weichplastik! Bis 2006 durften gesundheitsschädliche Phthalat-Weichmacher in Spielzeug verwendet werden. Diese können das Hormonsystem stören und zu Unfruchtbarkeit führen.

In älteren Produkten sind die gefährlichen Phtahlate natürlich noch vorhanden. Weichmacher sind langlebig und reichern sich im Organismus an.

Phthalate stehen auch in Zusammenhang mit dem Phänomen der „schwarzen Wohnungen“ („magic dust“), welches Wohnungen innerhalb kürzester Zeit schwarz werden lässt.

Polychlorierte Biphenyle sind in Verdacht, endokrine Disruptoren zu sein und somit für Unfruchtbarkeit bei Männern verantwortlich. Außerdem wirken sie immuntoxisch, teratogen (schädigen den Fötus im Mutterleib), entwicklungsschädigend für die körperliche und geistige Entwicklung und sind potentiell krebserregend.

Bei PCB handelt es sich um einen Summenparameter organischer Chlorverbindungen: Dies bedeutet, dass es sich hierbei – ebenso wie bei PAK ( polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) – um eine Summe aus mehreren Einzelsubstanzen handelt. Bei PCB sind dies 209 sogenannte Kongenere. Einige PCB-Kongenere weisen sogar dioxinähnliche Wirkungen auf.

Aufgrund ihrer gefährlichen Eigenschaften sind PCB seit 1986 verboten.

Bis dahin fanden sie aufgrund ihrer Eigenschaften vielfache Verwendung, i.B. im Bauwesen. Zwischen 1955 und 1975 wurden massenhaft PCB-haltige Fugendichtmassen (Fenster- oder Bodenanschlussfugen) im Innenbereich eingesetzt, insbesondere in den großen Betonbauten jener Zeit. PCB-haltige Schalungsöle haben Betonoberflächen verunreinigt. Im Fußboden-, Decken und Wandbereich wurden PCB-haltige Beschichtungen, Kleber oder Anstriche verwendet. Auch bestimmte Deckenplatten oder Kleinkondensatoren können zu einer PCB-Belastung der Innenraumluft führen.

PCB, bis 1989 enthalten in Leuchtstoffröhren, sind endokrine Disruptoren.
PCB finden sich in Deckenplatten, Anstrichen oder Fugenmassen der 50er bis 70er Jahre. Bis 1989 durfte PCB in geschlossenen Systemen verwendet werden, z.B. in Kleinkondensatoren von Leuchtstoffröhren.

Bei PCB handelt es sich um schwer abbaubare Stoffe. So findet man hohe PCB-Konzentrationen in betroffenen Gebäuden auch noch heute vielerorts. Gerade Schwangere sind – auch laut PCB-Verordnung – besonders schutzbedürftig.

Schon länger wird die hormonähnliche Wirkung einer Reihe von Pestiziden diskutiert, welche die Landwirtschaft einsetzt. Das bekannteste davon ist Glyphosat. Sein Einsatz wurde allen Erkenntnissen zum Trotz durch die EU-Kommission im November 2023 erneut für weitere zehn Jahre genehmigt, da es bei der Abstimmung keine ausreichende Mehrheit für oder gegen den Einsatz gegeben hatte. Deutschland wagte nicht dagegen zu stimmen, obwohl im Koalitionsvertrag von SPD, FDP und Grünen vereinbart war: „Wir nehmen Glyphosat bis Ende 2023 vom Markt.“ So wird also das versprochene Glyphosat-Verbot nicht umgesetzt.

Ist mangelnde Fruchtbarkeit als eine Folge des massiven Pestizideinsatzes in Landwirtschaft und Bauwesen?
Keine andere Chemikalie wird in Deutschland so viel verwendet wie Glyphosat – etwa 5500 Tonnen jährlich! Die IARC hält Glyphosat für wahrscheinlich krebserregend, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit verneint das. Warum gehen die Einschätzungen so weit auseinander?

Glyphosat wirkt neurotoxisch und als endokriner Disruptor. Bereits im Jahr 2015 erfolgte die Einstufung von Glyphosat als mögliches Humankarzinogen durch die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC).

Aber nicht nur über die Nahrung können Pestizide in den Körper gelangen. Sind Materialien in Innenräumen mit Pestiziden belastet, gelangen die Gifte über die Raumluft und den Staub in den Organismus der Bewohner. Und viele Pestizide wurden und werden sowohl in der Landwirtschaft als auch für Bau- und Ausstattungsmaterialien eingesetzt. Ein gutes Beispiel hierfür sind „Holzschutzmittel“, die Holz in ihrer Funktion als Fungizide (Pilztöter) oder Insektizide (Insektentöter) schützen sollten – und dabei allein in West-Deutschland die Gesundheit hundert tausender Menschen ruinierte. Aber nicht nur das. Es gibt Hinweise darauf, dass chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie die in Holzschutzmitteln verwendeten Pestizide Pentachlorphenol (PCP) und Hexachlorcyclohexan (Lindan) ebenso wie die Dioxine, mit denen „Holzschutzmittel“ verunreinigt waren, die Spermienqualität verschlechtern und die Befruchtung von Einzellen stören.

Zwar wurden PCP und Lindan bereits in den 1980ern im Holzschutz verboten bzw. die Herstellung in Deutschland verboten. Bis 2002 durfte Lindan hingegen in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Seit 2009 ist die Chemikalie verboten, jedoch nur innerhalb der EU. Im Ausland wird Lindan weiterhin eingesetzt. Und Pestizide sind sehr langlebige Stoffe, die auch Jahrzehnte nach ihrem Einsatz noch in großen Mengen vorhanden sind und ihre gefährliche Wirkung entfalten können.

Ebenfalls bekannt ist die hormonähnliche Wirkung einer Reihe anderer Pestizide, die ebenfalls Störungen der Fruchtbarkeit oder auch ein erhöhtes Brustkrebsrisiko zur Folge haben können.

Je nach Fragestellung und Budget gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden, endokrine Substanzen wie Weichmacher, PCB und Pestizide in Innenräumen aufzuspüren. Da sich die schwerflüchtigen Stoffe im Hausstaub anlagern, gibt ein Staub-Screening zunächst einen guten Überblick über dort nachweisbare Stoffe. Befinden sich verdächtige Materialien im Innenraum, können Materialproben genommen werden. Diese eignen sich auch zur Quellenidentifizierung. Eine Luftmessung gibt genaue Auskunft über die Konzentration der Schadstoffe. Diese Analysemethode zeigt, wie die Stoffe die Atemluft belasten. Auch vorhandene offizielle Vorsorge-Maßnahmen orientieren sich meist an den Ergebnissen von Luftmessungen. Besonders für PCB gibt es eindeutige Richt- und Grenzwerte, sodass sowohl Gesundheitsgefahren als auch Maßnahmen klar definiert sind.

Haben Sie Verdacht auf eine Belastung durch Weichmacher, Flammschutzmittel, PCB oder Pestizide in Ihren Räumen? Eine baubiologische Untersuchung bringt Klarheit!

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Allergien in Innenräumen: tränende Augen, Niesreiz, Husten

rinnende Nase | Allergie

Das sind die typischen Symptome einer Allergie. Inzwischen sind rund ein Drittel der Bevölkerung betroffen. Die Tendenz war in den letzten Jahrzehnten steigend. Und Experten sind sich einig: Alles weist darauf hin, dass Allergien auch in Zukunft weiterhin zunehmen werden. Neben dem klassischen Heuschnupfen, der Betroffene saisonal überwiegend im Außenraum quält, gibt es jedoch auch eine Vielzahl an Allergenen, die vorrangig in Innenräumen sind und Allergiker das ganze Jahr über belasten.

Entstehung einer Allergie

Eine Allergie ist eine Überreaktion auf körperfremde Stoffe, in der Regel Proteine. Allergene können über verschiedene Wege in den Körper gelangen: über die Luft, über die Nahrung, über die Haut oder über eine Injektion. Einmal sensibilisiert – dies bedeutet, dass IgE Antikörper nachweisbar sind – kann es zu Allergien kommen. Untersuchungen haben gezeigt, dass 51 % der Bevölkerung für mindestens ein Allergen sensibilisiert ist.

Ob sich nun nach Sensibilisierung bei erneutem Kontakt mit dem Allergen eine Allergie zeigt oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • von der genetischen Disposition: Ist ein Elternteil Allergiker, hat das Kind eine 30 %ige Wahrscheinlichkeit, selbst Allergiker zu werden. Sind beide Elternteile Allergiker, erhöht sich das Risiko für das Kind sogar auf 70 %.
  • der Exposition gegenüber dem Allergen: Ein einmaliger Kontakt führt in der Regel nicht zu einer Allergie. Je mehr man dem Allergen ausgesetzt ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Allergie. Dies bezieht sich sowohl auf die Menge als auch auf die Dauer der Exposition.
  • der Allergiepotenz der Substanz: Substanzen haben ein unterschiedliches Allergiepotenzial. Als starke Allergene gelten beispielsweise Beifuß oder die sich immer weiter ausbreitende Ambrosia (Ragweed). Hier genügen bereits geringste Mengen, eine Allergie auszulösen.
  • der Abwehrlage, also dem individuellen Immunsystem
Allergen Beifuß
Beifuß (Bild) hat eine weiße Blattunterseite. Ambrosia unterscheidet sich durch eine grüne Blattunterseite. Laut Bundesumweltamt hat Ambrosia ein 5-mal höheres Allergiepotenzial als Gräserpollen.

20 000 Atemzüge am Tag

Täglich atmen wir rund 20 000 Mal. So strömen mindestens 10 000 Liter Luft in unsere Lunge und mit ihr eine Vielzahl von Allergenen. Die in der Luft enthaltenen Allergene gelangen aber auch auf die Schleimhäute von Augen oder Nase. Bei Allergikern kommt es zu Allergie-Symptomen wie einer rinnenden Nase, juckenden, tränenden Augen, Hustenreiz oder Atemnot. Auch geschwollene oder gerötete Schleimhäute, Asthmaanfälle oder unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Müdigkeit können allergische Symptome sein.

Es ist sinnvoll, Allergene in Innenräumen zu vermeiden

Hohe Mengen an Allergenen sollten in Innenräumen nicht vorkommen. Auch wenn keine Allergie besteht, ist es empfehlenswert hier im Sinne der Vorsorge zu handeln, um einer Sensibilisierung entgegenzuwirken. Dies gilt insbesondere, wenn Kinder oder Schwangere im Haushalt leben. Eine Sensibilisierung kann zwar in jedem Lebensalter stattfinden, Kinder sind aber besonders empfindlich.

Kleinkind Allergie
Ein Großteil der Allergene in Innenräumen befinden sich im Bodenbereich und bis zu ca. 60 cm darüber.

Oft treten die Symptome einer Allergie nach einem Umzug in eine neue Wohnung, einer Sanierung, der Anschaffung neuer Möbel oder bei Schimmelbefall in der Wohnung auf. Die Betroffenen waren bereits sensibilisiert, kommen nun in erneuten Kontakt mit erhöhten Mengen des Allergens und reagieren mit den typischen Symptomen. Auch eine veränderte Abwehrlage des Körpers durch eine Krankheit oder einen medizinischen Eingriff kann dazu führen, dass sich eine Allergie zeigt.

Typische Quellen von Allergenen in Innenräumen

Zu den häufigsten Allergenen in Innenräumen gehören Schimmelpilzsporen. Neben dem Allergierisiko, das einige Schimmelpilze bergen, sind diese auch wegen einer möglichen toxischen oder pathogenen Wirkung unbedingt zu meiden.

Auch das krebserregende Formaldehyd ist ein potentes Allergen. Erhöhte Mengen finden sich vorwiegend in älteren Fertighäusern und älteren Holzwerkstoffen. Früher wurde Formaldehyd auch zur Konservierung von Farben eingesetzt. Inzwischen wurde es von Isothiazolinonen abgelöst – die ebenfalls allergische Reaktionen provozieren.

Viele flüchtige organische Verbindungen (VOC) aus Baumaterialien, Einrichtungsgegenständen, Farben oder Lacken können Allergien auslösen oder allergieähnliche Symptome wie Reizungen der Augen, Atemwege oder der Haut hervorrufen. Dazu gehören insbesondere Terpene, Aromaten, Alkohole, Glykole, Phenole und Kresole sowie Aldehyde.

tränende juckende Augen | Allergie
Chemikalien können sensibilisierend wirken und Allergien auslösen. Sie können aber auch Reizungen von Augen, Atemwegen oder der Haut hervorrufen und somit zu allergieähnlichen Symptomen führen.

In Betten befinden sich Hausstaubmilben. Nicht die Tierchen selbst, sondern deren Ausscheidungen sowie die Milbenschalen verursachen Allergien.

Mit der baubiologischen Messtechnik Allergenen auf der Spur

Empfohlene Untersuchungen für Allergene in Innenräumen:

SchimmelLiegen erhöhte Sporenkonzentrationen vor? Handelt es sich um Schimmelgattungen mit Allergiepotenzial?
Formaldehyd / AldehydeLiegen erhöhte Mengen an Formaldehyd und weiterer Aldehyde vor?
IsothiazolinoneLiegen erhöhte Mengen an Isothiazolinonen vor?
VOC-ScreeningLiegen erhöhte Konzentrationen an flüchtigen organischen Stoffen vor, die entweder sensibilisierend wirken oder reizend und somit allergieähnliche Symptome auslösen können? Dazu gehören Duftstoffe, Terpene, Aromaten, Alkohole, Aldehyde, Glykole, Phenole oder Kresole.
HausstaubmilbenLiegt im Hausstaub eine erhöhte Anzahl an Hausstaubmilben vor?
Alle diese Untersuchungen finden Sie im Leistungsumfang der Baubiologie Perner Neidhardt

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Aktive Detox-Pflanzen für bessere und gesündere Raumluft

Detox Pflanzen | Raumluft verbessern

Mit Schadstoffen belastete Raumluft ist ein Dauerthema in der baubiologischen Messtechnik. Täglich atmen wir 10 bis 20 m³ Luft ein und diese zu über 90 % in Innenräumen. Doch kaum eine Innenraumluft ist ohne Schadstoffe. Ausdünstungen aus Klebern, Anstrichen, Möbeln, Bodenbelägen und Reinigungsmitteln belasten die Raumluft mit giftigen Stoffen und führen nicht selten zu gesundheitlichen Beschwerden. Ob diese eintreten, hängt von der Konzentration der Schadstoffe, der Dauer der Exposition und der individuellen Disposition ab.

Zimmerpflanzen reinigen die Raumluft

Sind Luftschadstoffe in moderaten Konzentrationen vorhanden, so können manche Zimmerpflanzen dazu beitragen, bestimmte Schadstoffe zu verringern. Neben dem Vorteil einer besseren Luftqualität haben Zimmerpflanzen auch eine psychologische Komponente. Denn Pflanzen machen Innenräume nicht nur attraktiver, sie verbessern die Stimmung, reduzieren Stress und sogar die Schmerzwahrnehmung. Forschungen aus der Umweltpsychologie zeigen, dass die Pulsrate sinkt und der Parasympathikus aktiv wird.

Einige Zimmerpflanzen sind zudem wahre Detox-Pflanzen. Sie können nachweislich die Qualität der Raumluft verbessern, da sie in der Lage sind, Schadstoffe aus der Luft zu filtern.

Erste Erkenntnisse über diese positive Wirkung brachte die NASA Clean Air Study im Jahr 1989. Es wurde erforscht, wie die Luft in Raumstationen gereinigt werden kann. Dabei zeigte sich, dass einige Pflanzen in der Lage waren, bestimmte flüchtige organische Verbindungen, sog. VOCs, in der Luft zu reduzieren. Insbesondere die Konzentration von Formaldehyd konnten viele Pflanzen verringern.

Detox-Pflanzen verbessern die Raumluft
Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit und reichern die Raumluft mit Sauerstoff an.

Ein weiterer positiver Effekt von Zimmerpflanzen: Sie wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um. Die Sauerstoffkonzentration in der Raumluft erhöht sich, was die Leistungsfähigkeit – gerade am Arbeitsplatz – verbessert.

Pflanzen geben Feuchtigkeit an die Raumluft ab und erhöhen die Luftfeuchtigkeit, was gerade im Winter den Atemwegen zugutekommt.

Auch der Staubanteil in der Luft kann durch Zimmerpflanzen bis zu 20 % verringert werden. Viele Schadstoffe sind an den Staub gebunden und werden so hauptsächlich über die Atmung aufgenommen. Weniger Staub bedeutet weniger Schadstoffe.

Je mehr Blattoberfläche eine Pflanze hat, desto mehr Giftstoffe kann sie filtern. Pflanzen nehmen Gifte über die Blätter auf. Diese verarbeiten sie entweder direkt oder transportieren sie in die Wurzeln, wo sie abgebaut werden.

Welche Schadstoffe sind in meiner Raumluft?

Natürlich lässt sich die Raumluft durch Pflanzen nur bedingt reinigen. Wie hoch die Schadstoffbelastung Ihrer Raumluft ist, erfahren Sie bei einer baubiologischen Schadstoffuntersuchung oder einem Schadstoffscreening.

Achten Sie am besten von vornherein auf mögliche Schadstoffverursacher. Verwenden Sie bei Renovierungen oder Neubauten unbedingt so weit wie möglich unbedenkliche, am besten baubiologische Materialien. Achten Sie bei Neukäufen auf schadstoffarme Produkte.

Zimmerpflanzen richtig gießen, damit kein Schimmel wächst

Zimmerpflanzen wollen gepflegt und regelmäßig gegossen werden. In feuchter Erde kann Schimmel wachsen und dieser kann in manchen Fällen zu einem gesundheitlichen Problem werden. Damit dies nicht passiert, sollten Sie einige Gießregeln befolgen:

  • Gießen Sie lieber zu wenig als zu viel. Neben der Schimmelgefahr verhindern Sie das „ertränken“ von Zimmerpflanzen. Etwas welke Blätter machen den Pflanzen hingegen nichts aus. Viele Zimmerpflanzen kommen aus den Subtropen, wo sie lange Zeit keinen Tropfen Wasser bekommen.
  • Gießen Sie vormittags, so kann die Pflanze untertags das Wasser aufnehmen. Dies beugt Pilzbefall vor, denn abends ist die Wasseraufnahme der Pflanzen eingeschränkt.
  • Gießen Sie maximal so viel, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft. Eine Blähtonschicht im unteren Teil des Topfes verhindert Staunässe.

Zimmerpflanzen einkaufen: Vorsicht Pestizidfalle!

Zimmerpflanzen werden oft in Baumärkten, Supermärkten und Möbelhäusern angeboten, außerdem natürlich im Fachhandel. Die meisten Zimmerpflanzen kommen aus dem globalen Süden. So legen sie, bevor sie in unsere Räume kommen, hunderte, oft tausende von Kilometern zurück. Neben diesem energieintensiven Transport werden die Pflanzen in ihrer Heimat mit vielen Pestiziden, wie Insektiziden oder Fungiziden, behandelt. Darunter sind nicht wenige, die in Deutschland bzw. der EU wegen ihrer Gefährlichkeit verboten sind.

Detox Pflanzen drei rotated

Der gutgemeinte Kauf von Zimmerpflanzen kann zu einer Pestizidquelle in der Wohnung werden.

Zwar muss jede Pflanze, die in der EU verkauft wird, einen Pflanzenpass haben. Doch hierbei wird als „Herkunftsland“ der Ort des letzten Kultivierungsschritts angegeben. Wird eine Pflanze beispielsweise aus Kolumbien importiert und in den Niederlanden umgetopft, so findet sich im Pass als Herkunftsland Niederlande.

Um Pestizide zu vermeiden, sollten Sie Pflanzen mit Bio-Zertifizierung kaufen. Leider stammen derzeit nur etwa 2 % aller Zimmerpflanzen in Deutschland aus ökologischem Anbau. Was bei Lebensmittel längst Standard ist, die Frage nach Herkunft und Schadstoffen, wird bei Zimmerpflanzen noch viel zu wenig gestellt. Mit problematischen Folgen für die Umwelt, die Produzenten in den Herkunftsländern und letztendlich auch die Menschen, in deren Räumen die Pflanzen stehen. Im Frühjahr 2022 untersuchte der Bund speziell als bienenfreundlich deklarierte Zierpflanzen. Fast alle Pflanzen waren pestizidbelastet, manche sogar mit mehreren Wirkstoffen, darunter auch bienenschädigende.

Eine nachhaltige und günstige Alternative zum Pflanzeneinkauf sind regionale Pflanzentauschmärkte, welche sich zunehmender Beliebtheit erfreuen.

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Die vorzügliche Detox-Pflanze Grünlilie lässt sich sehr einfach über das Abschneiden und Einpflanzen der reichlich vorhandenen Kindel vermehren. Kindel sind fertig ausgebildete Jungpflanzen, die nur in feuchte Erde gesteckt werden müssen.

Hier bringen Gleichgesinnte ihre selbstvermehrten Pflanzen oder Pflanzenableger mit und bieten sie zum Tausch an. Wer noch keine Pflanzen dabei hat, kann in der Regel für eine kleine Spende Pflanzen mitnehmen.

Meine Auswahl der besten Detox-Pflanzen

FormaldehydBenzolToluolXylolTrichlorethanAmmoniak
Einblatt *XXXXX
GerberaXXX
Grünlilie *XXXX
Drachenbaum *XXXXX
Efeutute *XX
GummibaumXXXX
ZimmerefeuXXXXX
BogenhaufXXXXX
SteckenpalmeXXXX
echte Aloe *XX
Weihnachtskaktus *X
PhalaenopsisXX
* Diese Detox-Pflanzen können Sie auch über die Baubiologie Perner Neidhardt beziehen. Meine Pflanzen sind selbst gezogen und garantiert frei von Pestiziden! Schreiben Sie mir oder rufen Sie mich an!

Buchtipp: SAUBERE LUFT mit Zimmerpflanzen von Ursula Kopp, Bassermann Verlag, 9,99.-Euro

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Smart Meter Zwangseinbau: Elektrosmog frei Haus

Smartmeter

Am 20. April 2023 hat die regierende Ampel-Koalition den verpflichtenden Einbau sogenannter Smart Meter (also „intelligenter“ Stromzähler) beschlossen. Auch die CSU stimmte mehrheitlich dafür. AfD und Linke lehnten den Zwangseinbau ab. Nach dem neuen Gesetz müsste nun jeder Haushalt einen Stromzähler dulden, der als Datensammler agiert und den Verbrauch automatisch an den Stromanbieter übermittelt.

Doch was sagen die Kritiker zu dieser von Industrie und Politik zwangsweise in jede Wohneinheit implementierten „Digitalisierung im Energiebereich“? Und wie sieht dies aus baubiologischer Sicht aus?

Politischer Neustart des umstrittenen Smart Meter Rollouts

Bisher war der Einbau eines Smart Meters nur für Großverbraucher und Stromeinspeiser verpflichtend. Bürger hatten die Möglichkeit, dem Einbau eines solchen Gerätes zu widersprechen. Datenschützer schlugen bezüglich der Sammlung sensibler Daten Alarm. Das Oberverwaltungsgericht NRW in Münster hatte im März 2022 gar eine Einbaupflicht für Smart Meter gestoppt. Doch mit all dem soll nun Schluss sein!

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kündigte im Oktober 2022 an, ein Maßnahmenpaket für den politischen Neustart des Smart-Meter-Rollouts auf den Weg zu bringen. Bürokratische und rechtliche Hürden sollen nun beseitigt werden, ein entsprechendes Gesetz – wie jetzt geschehen – noch 2023 in Kraft treten.

Ferrariszaehler
Bis allerspätestens 2032 sollen alle Ferraris-Zähler durch Smart Meter ersetzt sein. Mussten die analogen Zähler noch abgelesen werden, so versenden Smart Meter die Daten selbständig. Dabei agieren sie zusätzlich auch als Datensammler. Sie können den Verbrauch sekundengenau speichern, was Rückschlüsse auf das Nutzerverhalten erlaubt. Zudem sind sie aus der Ferne steuerbar.

Was ist ein Smart Meter?

Ein Smart Meter ist ein digitaler, vernetzter Stromzähler, der den Stromverbrauch mit Zeit und Ort verknüpft und diese Daten direkt an den Betreiber übermittelt. Smart Meter beinhalten moderne Technik, wie eine integrierte Kommunikationseinheit, welche die gesammelten Daten bidirektional überträgt. Dies bedeutet, dass sowohl vom Gerät Daten an den Betreiber übermittelt werden, als auch von dort Steuerbefehle an den Zähler gesendet werden können. Auch können die Daten mittels einer Smartphone-App ständig überwacht werden.

Smartmeter
So können Smart Meter aussehen: Smart Meter registrieren nicht nur die Summe der Kilowattstunden, sondern protokollieren zusätzlich den Stromverbrauch im Zeitverlauf. Neben dem aktuellen Zählerstand kann auch die momentan bezogene Leistung abgelesen werden: nicht nur am Messgerät, sondern auch von anderswo, z.B. via Smartphone-App. So sollen Verbraucher zum Stromsparen motiviert werden.

Politischer und wirtschaftlicher Hintergrund der Einbaupflicht

Bis 2030 soll in Deutschland 80 % des Stroms mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Doch die Produktion von Wind- und Solarstrom ist abhängig von Wind und Wetter. Mit verpflichtenden Smart Metern für alle will Habeck das Stromnetz entsprechend steuern und stabil halten: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien und der stärkere Einsatz von Elektroautos im Verkehrsbereich und Wärmepumpen in Gebäuden erfordern eine intelligente Verknüpfung von Stromerzeugung und -verbrauch und dafür brauchen wir Smart Meter“, so der Minister im Januar 2023.

Mittels Smart Metern erhalten die Betreiber nun detaillierte Informationen zu Zeitpunkt und Ort des Stromverbrauches. Mit diesen Informationen sind den Stromanbietern die Abrechnung dynamischer Strompreise möglich, mit welchen diese auf die schwankende Produktion von Wind– und Sonnenstrom reagieren werden.

Windrad
Wird der Strom also knapp, sollen höhere Strompreise Verbraucher vom Stromverbrauch abhalten, so der Plan. Entsprechende „flexible Strompreise“ müssen Stromanbieter ebenfalls laut Gesetz ab 2025 anbieten.

Gefahren durch Smart Meter? Aspekte der Gesundheit, Sicherheit und Freiheit

Politisch und wirtschaftlich erfüllt das neue Gesetz seine Zwecke: Politische Versprechen von Energiewende und Digitalisierung warten dringend auf Umsetzung und Energieunternehmen wollen Profite erwirtschaften. Hierzu leisten Smart Meter einen enormen Beitrag.

Doch wurden bei der Entscheidung auch Aspekte über die wirtschaftlichen und politischen hinaus bedacht? Wurden Kritiker gehört? Mit welchen Techniken werden die Daten übertragen? Wie transparent werden unsere Gewohnheiten durch diese neue Form der Datensammlung? Gibt es Gefahren für unsere Gesundheit und unsere Freiheit?

Gesundheit

Um die gesammelten Daten zu übertragen, können Smart Meter zwei Techniken anwenden:

  • Funkübertragung: Mit dem Smart Meter wird eine daueraktive Funkstation in das Wohnumfeld eines jeden Bürgers eingebaut. Es entsteht Elektrosmog.
  • Datenübertragung über Powerline Communication (PLC, D-LAN): Hierbei handelt es sich um Datenübertragung mittels aufmodulierter Signale über die häuslichen, in der Regel unabgeschirmten Stromleitungen. Auch hier entsteht Elektrosmog.

Lassen sich Elektrosmogverursacher wie Handy, WLAN-Router oder DECT-Telefone von den Nutzern abschalten, so handelt es sich bei Smart Metern um Daueremittenten in unserem Wohnbereich. Sie entziehen sich komplett unserer Kontrolle und da wir alle Strom benötigen, ist es nicht möglich, auf sie zu verzichten.

Gerade elektrosmog(hpyer)sensible Menschen werden unter dieser zusätzlichen Elektrosmogbelastung – oft in unmittelbarer Nähe von Schlaf- und Aufenthaltsbereichen – leiden. Doch auch all jenen Menschen, die aus Gründen der Vorsorge Elektrosmog minimieren wollen, wird dies selbst in der eigenen Wohnung nicht mehr möglich sein, denn das Gesetz erlaubt keine Widerspruchsmöglichkeit. Somit muss in Frage gestellt werden, ob das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung (Art.13 Abs.1 GG) hier nicht klar eingeschränkt wird.

In der gesamten politischen Diskussion zum Thema Smart Meter wurde der gesundheitliche Aspekt vollständig ausgeblendet. Und das, obwohl die Gesundheitsgefahren durch Elektrosmog hinlänglich bekannt sind. Dies ist besonders erstaunlich, denn nur knapp 2 Monate vor der Bundestagsentscheidung erschien der neueste 311-seitige Bericht des Ausschusses für Technikfolgenabschätzung mit dem Titel: „Mögliche gesundheitliche Auswirkungen verschiedener Frequenzbereiche elektromagnetischer Felder (HF-EMF)“. Der Bericht widmet sich einer Risikoabschätzung, entzieht sich wohlweislich einer Risikobewertung und skizziert zahlreiche „Unsicherheiten“ in Bezug auf die Erkenntnislage.

Weiterer Elektrosmog entsteht übrigens bei der Nutzung von Smart Metern zur effizienten Steuerung des Stromverbrauches. Um Strom dann zu verbrauchen, wenn er ausreichend zur Verfügung steht und somit günstiger ist, werden verbrauchsintensive Geräte wie Herd, Wasch- und Spülmaschine bis hin zu Elektroautos, Kühl- und Heizanlagen mittels Funksignal über Smartphone und Smart Home gesteuert. Somit werden viele weitere Elektrogeräte Funksignale aussenden und somit noch mehr Elektrosmog produzieren.

Sicherheit

Wie alle digitalen Daten sind auch Smart-Meter-Daten durch Personen und Unternehmen mit kriminellen Absichten angreifbar. Laut Statistika belief sich der Schaden durch Datendiebstahl im Jahr 2022 allein in deutschen Unternehmen auf 202,7 Milliarden Euro. Für die letzten drei Jahre gaben fast ein Drittel der deutschen Unternehmen an, durch Datenklau einen Schaden von mehr als einer Million US-Dollar erlitten zu haben.

„Spätestens mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und einer hybriden Kriegsführung auch im digitalen Raum ist die Bedrohung durch Cyberattacken auf kritische Infrastruktur in den Fokus gerückt“, erklärt Matthias Hartmann, Mitglied des Bitkom-Präsidiums.

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Bedenken bezüglich Datenklau bis hin zu einem möglichen Hackerangriff mit der Folge eines lebensbedrohlichen Blackouts müssen durchaus ernst genommen werden.

Da aus den gespeicherten Messwerten Erkenntnisse über Alltag und Gewohnheiten (wie An- oder Abwesenheit) der Bewohner abgelesen werden können, sind nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen von potenziellem Datendiebstahl bedroht.

Freiheit

Es macht Sinn, E-Autos zu laden, wenn viel Strom produziert wird oder Wäsche zu waschen, wenn der Strom günstiger ist.

Aber denken wir weiter: Was passiert bei Stromknappheit? Wie entwickeln sich die Preise, wenn wochenlang keine Sonne scheint und / oder über längere Zeit Flaute herrscht? Was passiert bei der nächsten Energiekrise? Werden es sich im Angesicht flexibler Strompreise Geringverdiener überhaupt noch leisten können, mittags zu kochen? Muss der Familienausflug am sonnigen Wochenende ausfallen, zugunsten eines Waschtages, weil der Strom für die Waschmaschine gerade erschwinglich ist?

Das Gesetz erlaubt den Netzbetreibern ein „agiles“ Vorgehen. Dies bedeutet, dass Netzbetreiber mit Hilfe von Smart Metern größere Verbraucher aus der Ferne „netzdienlich“ steuern dürfen. Derzeit ist diese „dynamische Steuerung“ nur lokal zur Beseitigung einer konkreten Gefährdung oder Störung der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems“ zulässig. Doch zukünftig? Klar ist, dass der Strom vom Netzbetreiber via Smart Meter regional oder auch individuell abgeschaltet werden kann.

Netzbetreiber erhalten zukünftig sehr detaillierte Daten eines jeden einzelnen Haushalts über die Höhe des Stromverbrauches zu jeder Zeit. Momentan werden die Daten in einem Intervall von 15 Minuten erhoben. Doch sind auch sekundengenaue Erhebungen möglich, wie in den EU-Ländern Italien und Schweden bereits Usus. Hierbei handelt es sich um sehr sensible und genaue Daten, die Auskunft über die Verwendung bestimmter Geräte bis hin zur Wahl des Fernsehprogramms geben können. Entsprechende Datenschutz-Einwände wiegelt Minister Habek ab: Schließlich würden die Bürger ja „alle privaten Urlaubsbilder“ auf Facebook posten.

Dabei vergisst der Minister geflissentlich, dass das Posten von Urlaubsbildern in sozialen Medien freiwillig unternommen wird. Und: aus Facebook kann ich austreten. Meinen Smart Meter bekomme ich aber nicht mehr los.

Die Energieverbrauchskontrolle via Smart Meter könnte auch einem staatlichen Sozialkredit-System dienlich werden, welches nicht nur löbliches Einsparen von Energie belohnt, sondern auch einen zu hohen Verbrauch mittels Abschaltung oder Drosselung des Stroms sanktionieren könnte.

Kosten

Da die Kosten, die auf die Haushalte für einen Smart Meter zukommen, wohl nicht durch Stromkosteneinsparungen kompensiert werden können, Smart Meter aber „für die Energiewende unabdingbar“ sind, soll die finanzielle Belastung „nicht komplett den Verbrauchern übertragen“ werden. Privathaushalte mit geringem Stromverbrauch sollten für Smart Meter nicht mehr als 20 Euro jährlich extra zahlen, Haushalte mit Wärmepumpen 50 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für den Einbau. Ein weiterer Teil der Kosten soll durch Steuermittel getragen und somit von der Allgemeinheit finanziert werden. Zudem sollen sich auch die Netzbetreiber an den Kosten beteiligen, denn diese „profitieren ja auch von den kleinteiligen Daten zu Zeit und Ort des Stromverbrauches“, verkündet das Wirtschaftsministerium.

Ein finanzielles Problem könnten zukünftig die dynamischen, von der aktuellen Stromproduktion abhängigen, Preise sein. Es kann nur gemutmaßt werden, ob zukünftig warme Mahlzeiten und Heizen an sonnenlosen, windstillen Tagen noch für jeden leistbar ist. Und wie werden sich die dynamischen Strompreise auf stromintensive Produkte niederschlagen?

steigende Brotpreise
Wird sich der Brotpreis zukünftig tagesaktuell nach Wind und Sonne richten?
Die gestiegenen Energiepreise belasten einige Handwerksbranchen besonders stark. Natürlich spüren dies auch die Konsumenten.

Der ökologische Aspekt

Smart Meter verbrauchen selbst auch Strom. Und zwar im Mittel 26 kWh pro Jahr. Und somit dreimal so viel wie ein konventioneller Zähler. Hochgerechnet auf 53 Millionen Stromzähler immerhin ein zusätzlicher jährlicher Stromverbrauch von rund 920 000 000 kWh. Die Lebensdauer der Elektronik in Smart Metern ist zudem relativ kurz. Die Zähler müssen bereits nach 12 Jahren ausgetauscht werden. In meinen Augen ist der positive Umwelteffekt von Smart Metern sehr fragwürdig, insbesondere die Durchsetzung eines Einbauzwangs für jeden Kleinsthaushalt.

Forderung nach Widerspruchsrecht ist nötig

Smart Meter nutzen in erster Linie Politik und Energiewirtschaft. Smart Meter müssen aber auch kritisch diskutiert werden. In einem Land, das stolz ist auf seine freiheitlich demokratische Grundordnung, sollten Bürger keinen Zwängen unterworfen werden. Insbesondere wäre umfassende, unabhängige Aufklärung aller Aspekte des Smart-Meterings durch die Medien wünschenswert, damit jeder Bürger eine individuelle Entscheidung fällen kann. Der politisch gewollte Zwangseinbau ist abzulehnen.

Menschen, deren Gesundheit unter dem Einbau von Smart Metern aufgrund von Elektrosmog(hyper)sensibilität gefährdet ist, müssen unbedingt vom Gesetzgeber geschützt werden. Doch dies ist derzeit nicht vorgesehen.

Im Februar 2023 forderte Gerd Pfister, 2. Vorsitzender und Leiter der Arbeitsgruppe Smartmeter des Vereins für Elektrosensible und Mobilfunkgeschädigte e.V, in einem offenen Brief ein Widerspruchsrecht gegen den Einbau eines funkenden Zählers sowie gegenüber Technologien, die Datenübertragung mittels aufmodulierter Signale (PLC, D-LAN) einzuräumen und empfindliche Menschen zu schützen.

Bitte setzen Sie sich für eine entsprechende Lösung ein – im Namen von Menschlichkeit, Recht und Gerechtigkeit. Ohne Wohnung ist ein Leben in Menschenwürde schwer möglich. Helfen Sie mit, dass das neue, so wichtige Gesetz nicht manchen Mitbürgerinnen und Mitbürgern das Wohnen gleichsam zur Hölle macht! Ethisches Handeln gebietet, dass man anderen Menschen keinen Schaden zufügt.

Gerd Pfister aus seinem offenen Brief vom 28.2.23 an Frau Winkelmeier-Becker, Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag


Chloranisole: hartnäckiger Mief im Haus

H Chloranisole rotated

Der Schock der Besucher ist intensiv und lange anhaltend – ganz im wahren Sinn des Wortes. Für die Besitzer betroffener Häuser können Chloranisole gar existenzbedrohend sein. Nicht nur, dass Immobilien enormen Wertverlust erleiden, auch soziale Ächtung kann die Bewohner treffen.

Hören Sie diesen Text als Audio-Podcast. Gesprochen von Malte Friedrich.

Modrig-muffig und manchmal ultra-intensiv

Bei Chloranisolen handelt es sich um stark riechende Verbindungen, deren Geruch zunächst recht unspektakulär an modrig-muffigen Schimmelgeruch erinnert. Oftmals wird er auch dahingehend (miss!-) interpretiert. Erschwerend für eine richtige Diagnose kommt hinzu, dass Mikroorganismen wie Schimmel oder Bakterien bei der Entstehung von Chloranisolen beteiligt sind. Daher wird ihnen der Geruch vielfach alleinig angelastet. Man begibt sich also auf eine Spurensuche entlang des falschen Weges, was zur Folge hat, dass die wahre Ursache der Geruchsbelästigung im Verborgenen bleibt.

Chloranisole setzen sich in der Kleidung fest. Die Kleidung riecht muffig.
Die Penetranz von Chloranisolen kann enorm sein.

Nach nur wenigen Stunden in einem betroffenen Haus können Kleidung und Haare auch nach Tagen und mehreren Waschgängen noch deutlich riechen. Anders ist jedoch die Wahrnehmung der Bewohner betroffener Häuser: Das Gehirn blendet den Geruch nämlich nach relativ kurzer Zeit aus und so wird er von den Betroffenen nicht mehr wahrgenommen.

Sind Chloranisole gesundheitsschädlich?

Da nach bisherigen Erkenntnissen Chloranisole toxikologisch unbedenklich sind, gäbe es ja kein Problem. Bis…?

Ja, bis die Bewohner das Haus verlassen. Aufgrund der Anhaftung an der Kleidung, kommt es jetzt zur Belästigung Dritter. Diese vermeiden nun möglicherweise Kontakt zu den Bewohnern chloranisolbelasteter Gebäude. Die Wirkung der Chloranisole wird daher als „soziale Toxizität“ bezeichnet. Und zu wissen, einen unangenehmen Geruch auszustrahlen, wird von Betroffenen oft als große Belastung empfunden.

Sanierungen sind kostspielig und nicht immer möglich, befallene Objekte schwer verkäuflich. Und: Oft sind Chloranisole die Folge der hochtoxischen Chemikalie Pentachlorphenol. Dieser schwarze Peter steckt dann irgendwo im Haus.

Quellen von Chloranisolen

Chloranisole wurden niemals in Innenräumen direkt eingesetzt. Sie sind vielmehr (oft unkalkulierbare) Abbauprodukte anderer Substanzen. Sie können aus Stoffen wie Chlorbenzolen, Chlorphenolen und anderen Phenolen entstehen. Dies geschieht vor allem dann, wenn diese Stoffe Feuchtigkeit und mikrobieller Aktivität ausgesetzt sind: also wenn Schimmelpilze oder Bakterien aktiv werden.

2003 wurde der Chloranisolgeruch in der Raumluft erstmals identifiziert. Bis dahin kannte man Chloranisole nur in Flüssigkeit, nämlich im Wein: als jene Verbindungen, die den Korkton verursachen. Sind sie aber in der Luft, verbreitet sich jener schimmelig-muffige Geruch.

Trichloranisol ist bekannt als Korkton im Wein.
Gewusst? Chloranisole sind zumindest jedem Weintrinker geschmacklich bekannt, denn sie sind die Verursacher des Korkgeschmacks.

Die bestimmenden Hauptvertreter in der Innenraumluft sind 2,4,6-Trichloranisol (TCA) und 2,3,4,6-Tetrachloranisol (TeCA). Das TCA gehört zu den ultra-intensiven Verbindungen. Bereits 2 ng/m³ Luft können zu einer Geruchsbelästigung führen. Das sind 0,000000002 g in einem Kubikmeter Luft!

Bekannt wurden die Chloranisole in der Luft als „Fertighausgeruch“. Denn sehr bald nach ihrer Entdeckung war klar: Der Geruch ist vor allem ein Thema in älteren Fertighäusern.

Der „Fertighausgeruch“

In Fertighäusern, besonders jenen der 70er Jahre, spielt der Abbau des inzwischen verbotenen, hochtoxischen Ausgangsprodukts Pentachlorphenol (PCP) die entscheidende Rolle. Die Chemikalie wurde als Fungizid eingesetzt. Man behandelte mit PCP-haltigen „Holzschutzmitteln“ bis 1989 Holzverkleidungen, Holzbalken und Holzständer, Fenster, Türen, Fußböden und Einrichtungsgegenstände. Wird PCP durch Bakterien oder Pilze abgebaut, führt eine chemische Reaktion zur Bildung der höchst unangenehmen Gerüche.

baubiologisch Materialproben zur Quellensuche
Materialprobenahme: Zur Verminderung der Geruchsbelastung betroffener Häuser müssen die hauptsächlichen Geruchsstoffe sowie deren Geruchsintensität identifiziert werden.

Beim Kauf einer solchen Immobilie sollte im Vorfeld ein umfassender Gebäudecheck durchgeführt werden, um mögliche Schadstoff- und Geruchsprobleme feststellen zu können. Neben Chloranisolen und PCP können andere „Holzschutzmittel“, Formaldehyd, Chlornaphtaline oder Schimmel problematisch sein.

Sekundärquellen

Chloranisole haben die Eigenschaft, andere Bauteile oder auch Möbel „anzustecken“. Diese werden dann ihrerseits zu weiteren Quellen des unangenehmen Geruchs, den sogenannten Sekundärquellen. Ist beispielsweise eine Spanplatte in der Wand die Quelle, so werden auch Teppiche, Sofa, Vorhänge und weiteres zu zusätzlichen Quellen.

Chloranisole oder Schimmel?

Der Geruch von Chloranisolen ist von Schimmelgeruch schwer zu unterscheiden. Wie kann nun festgestellt werden, ob Chloranisole oder Schimmelpilze oder gar beide für den muffigen Geruch in Haus verantwortlich sind? Für Klarheit sorgt hier nur eine professionelle Raumluftanalyse.

Seit einigen Jahren gibt es hierfür eine Bewertungsgrundlage, welche die gemessenen Konzentrationen einstuft. Chloranisole treten in der Innenraumluft in einem Gemisch von mehreren Verbindungen auf. Der daraus errechnete „Geruchswert“ gibt an, ob die Mischung in der Raumluft geruchlich wahrgenommen wird und somit ursächlich für die Geruchsbelästigung ist. Auch wird bewertet, wie intensiv der Geruch vorliegt.

Haben Sie Verdacht auf eine Chloranisolbelastung der Raumluft, bringt eine Raumluftuntersuchung Klarheit!

Plötzlich Schimmelbefall! Wie die Energiekrise Schimmel befördert und wie Sie diesen vermeiden

schimmelbefall ecke

Energiesparen ist eine gute Sache, aber es droht Schimmelbefall

Die Energiekrise und ihre explodierenden Energiepreise belasten unsere Finanzen vielfältig. Doch die größte Kostenlawine überrollt die Haushalte in Form gestiegener Heizkosten. Daher liegt es auf der Hand, ganz besonders beim Heizen Energie zu sparen.

Doch Vorsicht! Sind bauphysikalische und biologische Zusammenhänge nicht bekannt, so kann das Sparen teuer werden. Unzureichendes Aufheizen der Räume oder des Warmwassers (Vorsicht Legionärskrankheit) kann zu Gesundheitsgefahren führen. Zu kühle Räume können nicht nur die Anfälligkeit für Infekte – insbesondere bei älteren Menschen und Menschen mit niedrigem Blutdruck – erhöhen, sondern auch Schimmelpilzwachstum fördern. Dieser wiederum kann zu ernsten Gesundheitsgefahren der Bewohner und zur Zerstörung der Bausubstanz führen.

Kein Schimmelbefall ohne Feuchtigkeit

Verschiedene Schimmelpilzsporen sind allgegenwärtig in der Luft, auch in Innenräumen. Wenn diese geeignete Bedingungen finden, so beginnt aus einer winzigen, unsichtbaren Spore ein Pilzgeflecht zu wachsen. Und bald gibt es Unmengen an neuen Sporen an die Luft ab, die nicht nur ihrerseits zu neuen Pilzgeflechten heranwachsen, sondern auch die Atemluft massiv belasten können.

ploetzlicher schimmelbefall
Schimmelbefall in Innenräumen kann plötzlich auftreten. Sowohl die gesundheitlichen Auswirkungen als auch der Schaden an der Bausubstanz können verheerend sein.

Wie alle Lebewesen braucht auch Schimmelpilz Wasser und Nährstoffe. Ausreichende Feuchtigkeit ist nicht nur für seine Existenz unentbehrlich, sondern in der Regel Motor seines Wachstums schlechthin. Und genau diese steht ihm in schlecht beheizten Wohnräumen oft ausreichend zur Verfügung. Doch was hat Heizen nun mit Feuchtigkeit zu tun?

Feuchtigkeit in der Luft

Ein Hygrometer ist ein einfaches Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Sie wird hierbei am Messgerät in % relative Luftfeuchte angegeben. Relativ bedeutet, dass sie abhängig ist. Abhängig wovon? Genau: von der Temperatur. Daher zeigen Hygrometer nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern immer auch die Temperatur an.

Und diese Abhängigkeit folgt einem Zusammenhang: Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen und enthalten. Meist bekommen wir von der Feuchtigkeit in der Raumluft nichts mit, da sie in der warmen Wohnungsluft gehalten wird. Sind Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit nämlich in einem ausgewogenen Verhältnis, so findet keine Kondenswasserbildung statt. Dies ist der Fall bei etwa 50 % relativer Luftfeuchte.

Damit die Energiekrise nicht zu schimmligen Wohnungen führt, muss die Feuchtigkeit ausgelüftet werden.
Kondenswasserbildung tritt immer dann auf, wenn warme, feuchte Luft an kalten Oberflächen kondensiert. Dies geschieht z.B. beim Nudelkochen an den kalten Fensterscheiben.

Kühlt aber warme, feuchte Luft ab, verliert sie zunehmend die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu halten. Wir kennen dies alle am Beispiel von kochendem Wasser: Der heiße Wasserdampf wird als flüssiges Wasser an kühleren Oberflächen sichtbar. Dieser Effekt heißt Kondenswasserbildung.

Gerade im Winter aber kann dieses Verhältnis aus unterschiedlichen Gründen an manchen Stellen im Haus in Schieflage kommen.

Winterzeit ist Schimmelzeit. Warum?

Sind in den Sommermonaten überwiegend kalte, falsch belüftete Kellerräume durch Schimmelbefall gefährdet, so trifft es in den Wintermonaten vorrangig die Wohnräume. Dafür gibt es drei Gründe:

Großer Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen

Die Kälte draußen führt dazu, dass es in Wohnungen reichlich kühle Oberflächen gibt. Diese sind meist im Bereich der Fenster, Fensterlaibungen oder Rolllädenkästen, am Boden, an den Außenwänden (besonders in den Raumecken) oder weiteren schlechter gedämmten Bereichen. Kühle Oberflächen sind sehr anfällig für Schimmelwachstum, da dort Kondenswasserbildung stattfindet.

Weniger Lüften, um Energie zu sparen

Bewohner produzieren erstaunlich viel Feuchtigkeit. Duschen, Kochen, Waschen, Atmen, Schwitzen… In einem durchschnittlichen 3-Personen-Haushalt fallen pro Tag rund 10 Liter Wasser an! Werden diese aufgrund mangelnden Luftaustausches nicht an die Außenluft abgeführt, erhöht sich die Luftfeuchtigkeit enorm. Das Schimmelrisiko steigt, denn mehr Feuchtigkeit läuft Gefahr, an kühleren Oberflächen zu kondensieren.

Weniger Heizen, um Energie zu sparen

Wird unzureichend geheizt, bleibt die Raumluft kühl. Folglich kann die Raumluft weniger Feuchtigkeit aufnehmen und es kommt schneller zu Kondenswasserbildung. Je weniger geheizt wird, umso kälter bleiben zahlreiche Oberflächen, was zusätzlich Kondenswasserbildung begünstigt.

Jeder Innenraum hat ein individuelles Schimmelrisiko

Zahlreiche Faktoren wie Baujahr, Wärmeisolation, Anzahl der Bewohner und Feuchteproduktion beeinflussen die Situation, sodass pauschale Empfehlungen nur begrenzt sinnvoll sind.

Um auch bei niedrigeren Innenraumtemperaturen Schimmelbefall zu vermeiden, ist es essenziell, sämtliche bauphysikalischen und sonstigen Besonderheiten in Ihren Räumen zu kennen. So können Sie Ihr individuelles Schimmelpilzrisiko einschätzen und entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung von Schimmelpilzwachstum umsetzen.

Hier hilft Ihnen der Schimmel-Risiko-Check der Baubiologie Perner Neidhardt, der u. A. folgende Fragestellungen beantwortet:

  • Wie ist die raumklimatische Gesamtsituation zu bewerten?
  • Welche Bereiche sind besonders gefährdet für Schimmelbefall?
  • An welchen Stellen ist mit Kondenswasserbildung zu rechnen?
  • Welche Raumtemperatur sollte nicht unterschritten werden?

5 einfache und intelligente Tipps, um Schimmelbefall zu vermeiden

Klug heizen

Es ist meist sinnvoll, die Raumtemperatur etwa konstant zu halten. Insbesondere temporäres vollständiges Auskühlen eines Raumes sollten Sie vermeiden. Denn kühlen Räume untertags aus, müssen sie abends mit erhöhtem Energieeinsatz beheizt werden und die eingesparte Energie wird wieder verbraucht.

Klug heizen

Je besser gedämmt Ihre Räume sind, desto eher können Sie die Temperatur verringern, ohne Gefahr zu laufen, Schimmelbefall zu provozieren. Aber auch hier sind Temperaturen unter 16° – 18° C in Wohnräumen meist riskant.

Geschickt lüften

Gerade im Winter müssen alle Räume regelmäßig gelüftet werden, um die Raumluft trocken zu halten. Insbesondere nach dem Duschen und Kochen sollten Sie die Feuchtigkeit sofort auslüften. Auch nach dem Aufstehen ist die Luftfeuchtigkeit besonders hoch. Lüften Sie korrekt, vermeiden Sie des Schimmels wichtigste Lebensgrundlage, die Feuchtigkeit.

Um die Räume nicht zu sehr auszukühlen, lüften Sie nur kurz, dafür öfter. Wenige Minuten sind bei niedrigen Temperaturen ausreichend, um einen Luftwechsel herbeizuführen.

Am effektivsten ist das sogenannte Querlüften. Hier geht der Luftwechsel am schnellsten und am wenigsten Wärmeenergie verloren.

geschickt lüften, ohne Energie zu verschwenden
Beim Querlüften werden zwei gegenüberliegende Fenster der Wohnung vollständig geöffnet. So kann bei kalten Außentemperaturen binnen 2-3 Minuten die gesamte feuchte Luft gegen trockene ausgetauscht werden. Wird nur ein Fenster geöffnet (Stoßlüftung) dauert dies 7-10 Minuten.

Luftfeuchtigkeit kontrollieren

Die optimale relative Luftfeuchte bei 20° C liegt bei 50 %. Mithilfe eines Hygrometers können Sie die Luftfeuchtigkeit einfach kontrollieren. Steigt sie auf über 60 %, können bereits die Bedingungen für Schimmelbefall gegeben sein.

Hygrometer
Ein Hygrometer ist ein Messinstrument zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit.

Richtig möblieren

Die warme Raumluft erwärmt auch die oft kritischen Außenwände. Damit dies aber überhaupt möglich ist, sollten Sie größere Möbelstücke entweder nicht an Außenwänden platzieren, sondern in einigem Abstand zur Wand positionieren.

richtige Moeblierung
Wenn Sie Möbel direkt an kalte Außenwände stellen, fehlt die Hinterlüftung. Halten Sie daher etwa 15 cm Abstand oder verzichten Sie besser komplett darauf, kompakte Möbel an kalten Außenwänden zu platzieren.

Heizkörper sollten immer frei von Möbeln gehalten werden, damit die warme Luft gut im Raum zirkulieren kann.

Regelmäßige visuelle Inspektion

Schauen Sie in der kalten Jahreszeit regelmäßig schimmelgefährdete Stellen an. Auch wenn Sie nur einen kleinen Schimmelbefall entdecken, sollten Sie unmittelbar tätig werden. Entfernen Sie den Schimmel fachgerecht und ergründen Sie dessen Ursache.

Eine professionelle Inspektion der Wohnung klärt Sie über das Schimmelrisiko auf.
Leuchten Sie am besten mit einer guten Taschenlampe dunkle Wandecken und -flächen hinter Möbeln aus. Schimmel zeigt sich oft zunächst nur durch leichte Verfärbungen oder Veränderungen an Farbe oder Putz.

Sie finden eine verdächtige Verfärbung, sind aber nicht sicher, ob es sich um Schimmelpilz handelt?

Sie haben Verdacht auf Schimmelpilzwachstum, aber können den Schimmelbefall nicht entdecken?

Eine baubiologische Untersuchung bringt Klarheit. Kontaktieren Sie mich gerne!

WLAN an Schulen – eine ignorierte Gesundheitsgefahr

bernau Klassenzimmer

Seit dem Schuljahr 2019/20 wird der DigitalPakt Schule umgesetzt. Hierbei unterstützt der Bund Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur mit dem Ziel, diese flächendeckend auszubauen. Hierzu wurden zunächst 5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Zu Beginn der Corona-Pandemie kamen weitere 1,5 Milliarden Euro hinzu.

Das Budget von 6,5 Millionen Euro soll nun „zeitgemäße Bildung“ in der digitalen Welt umsetzen. Mit den Mitteln können Kommunen und Schulträger die technischen Rahmenbedingungen für die Digitalisierung an Schulen verbessern. Digitale Klassenzimmer können damit ausgestattet, PCs, Laptops und Tablets, die Schulhausvernetzung oder eine WLAN-Infrastruktur finanziert werden.

Um die entsprechenden Fördergelder des DigitalPakts zu bekommen, schaffen Schulen jetzt zunehmend mobile Endgeräte an. Diese müssen vernetzbar sein. Obwohl zwar nicht vorgeschrieben ist, wie die Vernetzung umgesetzt werden soll, hat sich WLAN zum Standard einer „modernen Schule“ etabliert. Dabei hat sich der WLAN-Hype an Kindergärten und Schulen dergestalt verselbständigt, dass Schulen Eltern gar mitteilen, es sei eine Anweisung des Ministeriums, WLAN zu installieren. Doch dies ist nicht richtig. Denn die Entscheidung, wie die Vernetzung umgegetzt wird, obliegt den Schulen. Alternative Vernetzungsmöglichkeiten wie Kabel oder Visible Light Communication (VLC) sind laut Ministerium durchaus möglich. Doch die Schulen wählen den bequemsten Weg: WLAN.

Gewinne aus dem DigitalPakt Schule

Im Vorfeld der DigitalPakt-Umsetzung trafen sich im September 2019 in Berlin 700 Lobbyisten der Telekom-Branche, um abzusprechen, wie die Digitalisierung mit mehr Druck durchgesetzt werden kann. Erklärtes Ziel war es hierbei, „einen Markt zu entwickeln“. Der Großteil der Gelder des DigitalPakts ist dafür vorgesehen, Schulen ans schnelle Internet anzuschließen. Die großen finanziellen Gewinner des Pakts werden hierbei eben jenen Konzerne sein, welche die Lobbyisten vertraten.

Digitalisierung an Schulen
„Durch Digitalisierung gewinnen wir neue Möglichkeiten. Wir müssen uns aber auch den damit verbundenen Risiken stellen, hier: WLAN, das unreflektiert an Schulen und Kitas installiert wird.“ Bündnis verantwortungsvoller Mobilfunk

„Digitale Bildung“ ist ein Milliardengeschäft und WLAN ist Teil dieses Geschäfts. Allein für die Erstausstattung der deutschen Schulen rechnet die Industrie mit 50 Milliarden Euro. Die „digitale Bildung“ wird nicht von Pädagogen oder Erziehungswissenschaftlern, sondern von der Industrie vorangetrieben.

Der Teufel im Detail: digitale Vernetzung

In der Diskussion um die digitale Bildung werden die Details der Umsetzung und die Schattenseiten der Digitalisierung, i.B. die Gefahren durch Elektrosmog, weitgehend ausgeblendet. Besorgte Eltern, die sich zu Wort melden, werden als Fortschrittsverweigerer hingestellt oder mit standardisierten Textbausteinen beruhigt.

Lesetipp: Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer (Neurowissenschaftler, Psychiater und Professor für Psychiatrie an der Uni Ulm) ist Autor von Cyberkrank! und Digitale Demenz. Lesen Sie seinen Kommentar zum Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (pdf Format): Digitalisierung schadet der Entwicklung, Gesundheit und Bildung von Kindern

Dabei gibt es eine Vielzahl an Studienergebnissen und handfesten Warnungen, die keinen Zweifel daran lassen, dass Kinder von WLAN nicht profitieren. Ganz im Gegenteil. Die gesundheitlichen Gefahren liegen klar auf der Hand und sind in ihrem Ausmaß noch gar nicht absehbar.

Studien, Warnungen, Appelle, Initiativen: WLAN gefährdet die Gesundheit

Ja, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät dazu, Kinder vorsorglich möglichst wenig elektromagnetischen Feldern auszusetzen. Doch genau diese verteilen WLAN-Router sowie alle Endgeräte nun massenhaft in Schulen!

2017 wandten sich die Österreichische und die Zyprische Ärztekammer an die Öffentlichkeit und forderten „eine altersgerechte, vernünftige Nutzung digitaler Technik“ sowie „kabellose Netzwerke an Schulen und insbesondere an Vorschulen, Kindergärten und Grundschulen nicht [zu] erlauben.“ Begründet wurde diese Forderung der Ärzte mit den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen der Funkstrahlung, die neben Kanzerogenität, Auswirkungen auf DNA und Fruchtbarkeit auch „kognitive Beeinträchtigungen beim Lernen und dem Gedächtnis“ aufzeigt. „Diese Auswirkungen können bei Intensitäten auftreten, die weit unterhalb bestehender Grenzwerte der ICNIRP liegen.“

Denn die offiziellen Grenzwerte, die lediglich vor thermischer Erwärmung schützen, haben hierbei keine Gültigkeit. Und die Strahlungswerte von WLAN-Routern und Endgeräten liegen weit über den medizinischen und baubiologischen Vorsorgewerten. Inzwischen zeigen mehr als 100 Studien, dass gerade Kinder und Jugendliche durch Elektrosmog erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind.

Schuelerin mit Brille
Die Strahlenbelastung durch WLAN ist enorm. In 0,2 m Abstand zum Notebook beträgt sie rund 120 000 µW/m², in gleichem Abstand zum Access-Point gar rund 150 000 W/m². Die baubiolgoischen Richtwerte empfehlen, die Belastung deutlich unter 100 µW/m² zu halten.

Auch die WHO hat Funkstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. In den kommenden Jahren wird diese Einstufung überprüft und sehr wahrscheinlich nach oben korrigiert (in „krebserregend“).

Strahlungsfreie und weniger riskante Vernetzungstechniken sind möglich

Digitale Medien sollten weniger Selbstzweck sein, sondern als Hilfsmittel gesehen werden. Und diese können auch verkabelt genutzt werden. Dies gilt für zu Hause ebenso wie für Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Auch die gesundheitlich deutlich weniger riskante und inzwischen marktreife kabellose Technik Visible Light Communication (VLC) kann WLAN ersetzen. Erste Pilotprojekte gibt es bereits an einigen Schulen. In Fällen, in denen eine Verkabelung generell abgelehnt wird, sollten Eltern VLC dringend fordern. Hierbei erfolgt die Datenübertragung über die Raumbeleuchtung.

schulbank 1920
Müssen wir auf die Digitalisierung verzichten? Nein, denn „digital“ ist nicht „drahtlos“. Verkabelte Geräte über LAN oder Datenaustausch über VLC sind genauso digital. Und dank ausbleibender Strahlung und höherer Performance definitiv besser als WLAN.

WLAN-Tipps: Strahlung reduzieren

Ihren Kindern (und Ihnen) zuliebe 6 WLAN-Tipps:

  • Nutzen Sie für Ihre Geräte kabelgebundenes Internet! Falls Sie eine WLAN-Verbindung in Ihrer Wohnung haben, rüsten Sie auf eine kabelgebundene Lösung um. Elektriker und Baubiologen können Sie dabei beraten.
  • Stellen Sie sicher, dass alle WLAN-Verbindungen in Ihren Geräten wie Router, Multimediakonsolen, TV, PC, Tablet, Drucker, usw. auch tatsächlich deaktiviert sind.
  • Falls vorübergehend keine Kabelverbindung möglich sein sollte, schalten Sie den WLAN-Router so oft wie möglich – und besonders nachts – aus.
  • Kinder sollten so wenig wie möglich digitale Medien nutzen. Wissenschaftler warnen vor dem negativen Einfluss auf ihre Entwicklung und das Lernverhalten.
  • Verwenden Sie Ihr Tablet / Laptop nie direkt am Körper.
  • Engagieren Sie sich Ihren Kindern zuliebe in Schule und Kindergarten für einen kabelgebundenen Internetzugang. Klären Sie auch andere Eltern auf!
Router Kabel
Die meisten Router können mehrere Endgeräte mit Kabel verbinden. Wichtig, damit sie auch strahlungsfrei sind: WLAN am Router und am Endgerät deaktivieren!

Hier gehts zum Infoflyer zum Thema WLAN an Schulen

Digitalisierung an Schulen

Die Corona-Krise soll laut Medienberichten gezeigt haben, wie dringlich digitales Lernen und Lehren bei Schülern und Lehrern zu etablieren sei. Der DigitalPakt Schule wurde daher um weitere 1,5 Milliarden Euro aufgestockt.

Neben den Gesundheitsgefahren durch WLAN gibt es weitere Gründe, die Etablierung der Digitalisierung an Erziehungseinrichtungen kritisch zu sehen. Denn die Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen führt zu Störungen im Stoffwechsel des Gehirns und hat Auswirkungen auf das Denken und Lernen. Die Digitalisierung führt Kinder und Jugendliche in einer Reizüberflutung und dazu, dass sinnliche und reale Erfahrungen auf den zweidimensionalen Bildschirm reduziert werden.

Lesetipp: In der Buxton School in Massachusetts dürfen Schüler ihre Telefone nicht mehr benutzen. Ein Beispiel, das Nachahmung verdient.

schueler beim wischen
Die Digitalisierung ist für Kinder und Jugendliche mehrfach gesundheitsschädlich. Die Gewinner der „digitalen Bildung“ sind nicht unsere Kinder, sondern profitgetriebene Industrien.

Ist also die Einführung digitaler Medien ab Kindergarten und Grundschule wirklich das, was unseren Kindern entscheidend hilft, sich als intelligente, kreative und den Herausforderungen unserer Zeit gewachsenen Menschen zu entwickeln?

Diesen Fragen geht die Initiative „Bildung mit Zukunft“ auf den Grund. In ihrer Broschüre kommen Ärzte und Wissenschaftler zu Wort, werden Studienergebnisse vorgestellt und Erfahrungen aus anderen Ländern dargelegt.

Eine sehr gute Zusammenfassung, welche die gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen der digitalen Technik aufzeigt. 40 Seiten

Broschüre Initiative Bildung mit Zukunft: Digitalisierung an Schulen

Bestellung der Broschüre zum Selbstkostenpreis bei Susanne Burkert, Tel: 08021 540 99 80 Email: Bildung_mit_Zukunft@gmx.de

baubiologische Messtechnik . kompetente Beratung . individuelle Lösungen

Do-it-yourself Schimmel Test Kit: Der einfache Weg zum orientierenden Überblick

Petrischale Pilze und Bakterien

Schimmelpilze sind inzwischen zu einem weit beachteten Thema geworden. Insbesondere seit Untersuchungen gezeigt haben, dass Menschen, die Schimmel ausgesetzt sind, einem erhöhten Risiko zahlreicher Erkrankungen unterliegen. Dies betrifft vor allem Erkrankungen der Atemwege wie Asthma, Husten, Atemnot und Atemwegsinfektionen. Erste Symptome dieser Erkrankungen können sich in unspezifischen Reizungen der Schleimhäute (Augen, Nase, Rachen) zeigen.

Gesundheitsbelastung Schimmelpilze

Doch nicht nur die Bandbreite gesundheitlicher Belastungen ist weitreichend, auch der Schimmelpilzbefall an sich kann äußerst unterschiedliche Gesichter haben. In vielen Fällen zeigt sich der Schimmel deutlich durch schwarzen oder farbigen Befall an unterschiedlichen Materialien. Wände, Decken, Sockelleisten, Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände können betroffen sein. Hier ist die Sachlage klar: Handeln ist angesagt. Dies umfasst eine Probenahme der Schimmelpilze zur Einschätzung der Gesundheitsgefahr, die Ursachensuche, eine fachgerechte Entfernung des Schimmelpilzbefalls und je nach Ausmaß möglicherweise mehr oder weniger umfangreiche Sanierungen.

Doch in vielen Fällen (rund 85 %) bleibt der Schimmelbefall im Verborgenen. Die gesundheitsschädlichen Sporen jedoch, welche für das menschliche Auge aufgrund ihrer Größe von 2-30 µm (also 1/50 bis 1/3 des Durchmessers eines Haares!) unsichtbar sind, schweben in der Innenraumluft. Und sie können die Gesundheit der Bewohner schädigen. Doch wie lässt sich herausfinden, ob ein unsichtbarer Befall vorliegt?

Aufspüren von verstecktem Schimmelbefall

Dazu müssen Proben der Raumluft genommen werden. Die Luft – und somit die herumfliegenden Schimmelpilzsporen – werden mit Hilfe einer Pumpe eingesaugt und auf einen Nährboden gebracht. Diese werden nach entsprechender Behandlung in einem Fachlabor angezüchtet und schließlich ausgewertet. Das Ergebnis zeigt die Höhe der Belastung der Raumluft mit keimfähigen Schimmelpilzsporen sowie deren Gattungs- und Artenspektrum und bietet einen sehr guten Überblick darüber, was Betroffene einatmen. Daraus lässt sich ableiten, ob verstecktes Schimmelpilzwachstum wahrscheinlich ist und ob aus gesundheitlicher Sicht Handlungsbedarf besteht.

Die Methode ist aufwendig und setzt einen hohen Sachverstand sowohl des Probenehmers als auch des Labors voraus. Sie ist der Standard von Sachverständigen zum Aufspüren von versteckten Befällen. Es handelt sich um die am meisten durchgeführte und anerkannte Methode, die auch das Umweltbundesamt empfiehlt. Dennoch ist diese Methode in bestimmten Fällen nicht alternativlos.

Die OPD-Methode

Die einfachste und älteste Methode, die Innenraumluft auf eine Belastung durch Schimmelsporen zu untersuchen, wird OPD genannt. Die Abkürzung steht für open petri dish, also offene Petrischale, und beschreibt somit schon die Methode an sich. Eine Petrischale (das ist der Nährboden) wird für eine bestimmte Zeit offen im Raum aufgestellt. Die in der Luft befindlichen Schimmelpilzsporen fallen aufgrund der Schwerkraft in die Schale, welche anschließend im Labor ausgewertet wird.

Auch wenn diese Methode nicht standardisiert ist und die Sicherheit der Ergebnisse jenen der offiziellen Methode nachsteht, ist OPD zu einer ersten orientierenden Abschätzung möglicher Pilzprobleme durchaus brauchbar. Da für die Probenahme keine professionelle Ausstattung nötig ist, kann die Probenahme im Do-it-yourself Verfahren mit einem entsprechenden Testkit auch von Laien nach Einweisung unter Einhaltung der Randbedingungen und notwendiger Vorbereitung selbst durchgeführt werden.

Der Gebrauch der Do-it-yourself Schimmelpilz Testkits muss fachgerecht erfolgen.
Bei der Do-it-yourself Methode müssen alle Vorgaben genau eingehalten werden. Fehler können sich leicht einschleichen und zu falschen Ergebnissen führen.

Do-it-yourself Schimmelpilz Testkit der Baubiologie Perner Neidhardt

Alle meine Testskits enthalten eine leicht verständliche Anweisung, die es Ihnen möglich macht, die Proben selbst zu nehmen. Zudem ist alles enthalten, was Sie zur Probenahme benötigen.

  • Nährböden entsprechend ausgewähltem Kit
  • Handschuhe
  • Desinfektionstuch
  • spezielles Klebeband zum Verschließen der Schalen
  • Anleitung

Diese Kits sind erhältlich

  • Testkit A enthält je 2 Nährböden DG18 + MEA
  • Testkit B enthält je 2 Nährböden DG18 + MEA + CASO
  • Testkit X enthält 2 Nährböden DG18

Ein Testkit ist zur Luftbeprobung eines Raumes geeignet. Möchten Sie mehrere Räume oder mehrere Bereiche eines Raumes beproben, können Sie zu jedem Set zusätzliche Nährböden bestellen. Im Preis enthalten ist die Auswertung Ihrer Proben durch ein qualifiziertes Fachlabor sowie ergebnisabhängige baubiologische Handlungshinweise.

Sinnvolle baubiologische Testkits

Der Standardnährboden für Schimmelpilzanalysen ist DG18. Auf ihm wachsen viele Schimmelpilze sehr gut an. Da es aber außerordentlich viele verschiedene Schimmelpilze gib und nicht jeder Pilz auf jedem Nährboden wächst, können bei ausschließlicher Verwendung von DG18 Schimmelpilze übersehen werden. Aus diesem Grund empfehle ich immer die Verwendung von zwei unterschiedlichen, sich ergänzenden Nähböden (Set A). Liegen muffige Gerüche vor, so sollte noch zusätzliche ein weiterer Nährboden eingesetzt werden (Set B).

Meine Testkits enthalten immer zwei identische Nährböden. Warum?

Jede Schimmelpilz-Luftprobe ist immer eine vergleichende Messung. Schimmelpilze sind lebende Organismen. Die Anzahl der Schimmelpilzsporen in der Luft ist von vielen Faktoren wie z.B. Jahreszeit, Temperatur oder Luftfeuchtigkeit abhängig. Um also einem möglichen Befall auf die Spur zu kommen, sollten immer sowohl der Verdachtsraum als auch ein sicher unbelasteter Raum bzw. die Außenluft verglichen werden. Die isolierte Beprobung nur eines einzelnen Raumes verringert die Zuverlässigkeit der Ergebnisse und erschwert dessen Interpretation.

Schimmelpilz Luftproben: Hier wird versteckter Schimmelpilz aufgespürt.
Luftproben sind Sammlungen der Keime aus der Luft. Um versteckten Befällen auf die Spur zu kommen werden verschiedene Proben verglichen.

Die OPD-Methode ist bei richtiger Anwendung eine durchaus brauchbare Methode, die erste orientierende Ergebnisse liefert. Der Aufwand und die Kosten sind gering. Dennoch ersetzt sie nicht eine Messung durch eine Fachperson mit entsprechender Ausrüstung. Da keine Methode eine 100%-ige Sicherheit liefert, empfiehlt sich die selbständige OPD-Probenahme besonders für die ersten orientierenden Untersuchungen.

Wann macht die Do-it-yourself Schimmelpilz Probe nach OPD-Methode Sinn?

  • Sie haben ein kleines Budget
  • Sie haben keinen Experten vor Ort
  • Sie möchten unkompliziert selbst eine erste Messung vornehmen

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Holzschutzmittel: geschütztes Holz – gesundheitsgeschädigte Bewohner

1Holzverschalung

Der Holzschutzmittel-Prozess

Die massenhaft und bedenkenlos eingesetzten Holzschutzmittel der 1960er, 70er und 80er Jahre führten zum größten Umweltstrafverfahren der deutschen Justizgeschichte. Und zu einem Skandal: Die Justiz hat „die Geschädigten im Regen stehen gelassen und der Wirtschaft einen Gefallen getan“, sagt der damals verantwortliche Staatsanwalt Erich Schöndorf.

Die Anklage: Den beiden Geschäftsführern des marktführenden Holzschutzmittelherstellers DESOWAG wurde vorgeworfen, sie hätten im Zeitraum 1978/79 fahrlässig und seit 1979 vorsätzlich gefährliche Körperverletzung begangen. Der Tatbestand: Sie hatten gesundheitsschädliche Holzschutzmittel in den Handel gebracht und damit die Gesundheit abertausender Menschen stark geschädigt. Und das, obwohl ihnen die Gefährlichkeit bekannt gewesen sei.

Xyladecor und Xylamon waren die Namen der Mittel, die Millionen ahnungslose Hausbesitzer, voller Vertrauen in Hersteller und Behörden, in ihre Häuser einbrachten. Sie waren überzeugt, mit dem Schutz ihres Holzes zu Hause etwas Gutes zu bewirken. Suggerierten doch aufwendige Werbekampagnen eine angeblich unbedingte Notwendigkeit, das Holz vor Insekten- und Pilzbefall zu schützen. Selbst der Gesetzgeber griff ein: Zwischen 1956 und 1989 musste laut rechtsgültiger Norm das Holz aller neu erstellten Gebäude mit Holzschutzmitteln behandelt werden. Und das, obwohl bereits 1952 über Todesfälle in Verbindung mit PCP und Lindan berichtet wurde – eben jenen Bioziden, von welchen die Schutzwirkung vor Insekten und Pilzen bei Xyladecor und Xylamon ausging.

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung

PCP, kurz für Pentachlorphenol, war das am meisten in Holzschutzmitteln eingesetzte Fungizid. Bis zu seinem Verbot 1989 erfolgte der Einsatz in großen Mengen. Man geht davon aus, dass fünf bis sechs Millionen Häuser mit der hochgefährlichen, eindeutig krebserzeugenden Chemikalie behandelt wurden. In vielen Fällen war das eingesetzte PCP zusätzlich mit Dioxin verunreinigt – einem der gefährlichsten Gifte, das die Menschheit je entwickelt hat. Skandalös: Noch 5 Jahre vor dem Verbot von PCP wurde das Gift vom Bundesgesundheitsamt als „sicher nicht krebserregend“ eingestuft.

Lindan, ein Insektizid und potentes Neurotoxin, war ein weiterer gefährlicher Bestandteil der Holzschutzmittel. Aufgrund seiner toxischen Eigenschaften darf Lindan seit 1984 in Deutschland nicht mehr hergestellt werden. Seine Verwendung war aber noch bis 2007 in der EU erlaubt.

Holzschutzmittel sollten sicher vor Holzwurmbefall schützen.
„Xylamon Holzwurm-Tod ist ein sicheres Mittel für die Holzwurmbekämpfung. Es schützt gleichzeitig vor Neubefall“, war nebst einem lächelnden Männchen mit Daumen hoch auf dem Produkt der DESOWAG zu lesen.

So haben also die hochtoxischen Inhaltsstoffe PCP und Lindan nicht nur Holzwurm und Pilz zur Strecke gebracht, sondern auch die Gesundheit mehrerer hunderttausend Menschen allein in den alten Bundesländern geschädigt.

Vergiftetes Holz

Bei dem verwendeten Giftcocktail aus PCP, Lindan und Dioxin handelt es sich um schwerflüchtige Schadstoffe. Anders als bei leichtflüchtigen Schadstoffen, bleiben Schwerflüchter weitgehend am Material gebunden.

So ist die Gesundheitsgefahr durch Holzbalken, Holzverkleidungen und Dachstühle auch heute, lange nach Verbot der hochgefährlichen Inhaltsstoffe, gerade in Altbauten ein häufiges Problem.

In etwa jedem zweiten Haus in Deutschland sind die gefährlichen Holzschutzmittel eingebracht worden. Daher finden sich auch Jahrzehnte nach ihrer Anwendung bei Innenraumuntersuchungen regelmäßig hohe Werte von PCP und Lindan.

Für Dachstühle waren die gefährlichen Holzschutzmittel über 3 Jahrzehnte gesetzlich vorgeschrieben.
Behandeltes Holz kann bis zu 1000 mg/kg PCP enthalten. Mit der Anwesenheit von Dioxinen ist zusätzlich zu rechnen.

Vorsicht bei Sanierungen!

Große Gefahren lauern bei Sanierungen. Wird behandeltes Holz konventionell abgeschliffen, kommt es zur Freisetzung enorm hoher Schadstoffmengen. Aber auch energetische Sanierungen bergen ein Problem: Seit einigen Jahren werden ältere Häuser aufgrund von Energiesparprogrammen gedämmt und luftdichtere Gebäudehüllen forciert. Sind jedoch in den Gebäuden Holzschutzmittel oder andere Gifte angewendet worden, so kann dies gravierende Folgen haben: Es findet kaum mehr Luftwechsel statt und die Konzentration der Schadstoffe im Innenraum steigt.

Ruinierte Gesundheit

Gravierende Gesundheitsschäden bei zahlreichen Betroffenen führten zur Gründung der Interessengemeinschaft der Holzschutzmittel-Geschädigten (IHG) im Mai 1983. Diese stellte 1984 Strafanzeige gegen die Hersteller. Nach 5 Jahren Ermittlungsarbeit wurde 1989 eine rund 650 Seiten umfassende Anklageschrift vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft war 2300 Strafanzeigen und hunderten dramatischen Leidensgeschichten nachgegangen. Doch zunächst ohne Erfolg: Im Juli 1990 hat das Landgericht Frankfurt/Main die Eröffnung des Verfahrens abgelehnt, ohne überhaupt in eine Beweisaufnahme einzutreten. Der Nachweis der Kausalität sei »nicht mit der für eine strafrechtliche Verurteilung zu fordernden Sicherheit zu erbringen«, hieß es.

DESOWAG Geschäftsführer Hagedorn entschied sich für eine “ Vorwärtsstrategie“: „Wenn wir die Packungen ändern, machen wir doch im Nachhinein auf die Giftigkeit aufmerksam.“

Heute zeigen wissenschaftliche Arbeiten über die gesundheitlichen Auswirkungen von Holzschutzmitteln sowie Untersuchungen von Geschädigten, dass für ihre vielen Beschwerden und Erkrankungen die toxischen Holzschutzmittel eine verursachende, auslösende oder verstärkende Rolle spielen. Manche Betroffene erlitten akute Gesundheitsschädigungen während der Verarbeitung. Andere bekamen durch die jahrelangen Ausgasungen chronische Vergiftungen. Organische Spätschäden zeigen sich vielfach erst nach 20 bis 30 Jahren. Dies ist besonders tragisch. Und treten Symptome schleichend oder erst lange Zeit nach der Holzbehandlung auf, werden sie meist nicht mit den Auslösern in Zusammenhang gebracht.

Bei behandelten Hölzern befinden sich die Gifte in der äußeren Schicht des Materials.
In Holzschutzmitteln lag ein Mischungsverhältnis PCP mit Lindan von 10:1 vor. Etwa 90 % der Gifte befinden sich in den äußeren 3-5 mm der behandelten Hölzer. Die daraus resultierende Belastung der Raumluft kann zu erheblichen Sekundärkontaminationen der Raumausstattung führen.

Die Liste der Schädigungen durch Biozide ist lang

So reicht die Palette von psychopathologischen Symptomen über neurologische, dermatologische zu allgemeinen und internistischen Symptomen. Seit 1990 ist PCP als eindeutig krebserregend eingestuft. Es ist fruchtschädigend, neuro- ,immun- und lebertoxisch, steht in Verdacht, die Fruchtbarkeit zu schädigen und das Erbgut zu verändern.

Auch Lindan gilt als krebserzeugend. Es ist ein potentes Neurotoxin. Es steht in Verdacht Nervenschädigungen, Parkinson und Multiple Sklerose auszulösen, zu Veränderungen der inneren Organe und der Blutbildung zu führen und hat Auswirkungen auf das Immunsystem.

Die Aufnahme der Gifte geschieht vor allem über die Haut und die Atmungsorgane. Bis heute ist nicht völlig geklärt, wie die Mittel auf den menschlichen Körper wirken.

Analysemöglichkeiten

Wenn Sie den Verdacht haben, dass in Ihrem Haus die gefährlichen Holzschutzmittel angewendet wurden, bringt eine baubiologische Analyse Klarheit. Betroffen sein können alle in Innenräumen verbauten Hölzer. Häufig wurde das gesamte Holz der tragenden Konstruktion, wurden Fenster, Türen, Zargen, Wand- und Deckenverkleidungen, Fußböden, Treppen bis hin zu Möbeln mit dem Giftcocktail behandelt. Je nach individueller Situation können Material-, Staub- oder Raumluftproben genommen und analysiert werden. Besonders für PCP gibt es eindeutige Richt- und Grenzwerte, sodass sowohl Gesundheitsgefahren als auch Maßnahmen klar definiert sind.

„Die Geschichte geht weiter und fängt wieder von vorne an“

sagt Erich Schöndorf, der Staatsanwalt und Ankläger des Xylamon-Prozesses. Ende 1991 wurde seiner Beschwerde schließlich stattgegeben und das Gerichtsverfahren endlich zugelassen.

Nach insgesamt 12 ½ Jahren und 3 Urteilssprüchen endete der Strafprozess mit einer Einstellung des Verfahrens im November 1996. Die beiden Angeklagten mussten eine Geldbuße von jeweils 100.000 DM (ca. 50.000 €) an die Gerichtskasse zahlen. Die Fa. BAYER AG und die Deutsche Solvay GmbH mussten als Eigentümer der DESOWAG 4 Millionen DM (ca. 2 Millionen Euro) an die Universität Gießen überweisen, um dort einen Lehrstuhl für Toxikologie der Innenraumluft einzurichten. Somit ist der Prozess mehr als glimpflich für die beiden Angeklagten ausgegangen – als Begründung führte der Richter u. a. das fortgeschrittene Lebensalter der angeklagten Geschäftsführer an. Für die Geschädigten war es ein fataler Ausgang. Denn nur ein Schuldspruch hätte ihren Klagen auf Schadensersatz Erfolgsaussichten gebracht.

Staatsanwalt Schöndorf hat über ein Jahrzehnt für die Geschädigten gekämpft, aber auch gegen seinen Arbeitgeber, die Justiz. Mehrfach wurde von ihm gefordert, das Verfahren einzustellen, doch Schöndorf ließ sich nicht kleinkriegen. Nach Ende des Prozesses verließ er den Justizdienst. Er wurde Professor für öffentliches Recht und Umwelt.

Vergessen bleiben die Opfer der PCP- und lindanhaltigen Holzschutzmittel. Sie sind mehrfache Opfer eines Skandals: gesundheitlich, finanziell, gesellschaftlich und menschlich.

Legal vergiftet, dann vergessen – von Menschen und Ratten

Die spannende Dokumentation des SWR (45 Min.) Die Holzschutzmittel Opfer – Legal vergiftet, dann vergessen ist absolut sehenswert. Tausende Menschen wurden damals krank. Und es gibt neue Opfer. Der Film schlägt einen Bogen vom Xylamon-Prozess zu den Inhaltsstoffen heutiger Holzschutzmittel.

Staatsanwalt Erich Schöndorf (1947-2023) kämpfte trotz vielfacher Widerstände als Staatsanwalt für die Opfer der Holzschutzmittel. Der Prozess nahm ein bitteres Ende. Erich Schöndorf verließ nach Prozessende den Justizdienst und wurde Aufklärer.

Besonders lesenswert ist das Buch von Erich Schöndorf Von Menschen und Ratten. Über das Scheitern der Justiz im Holzschutzmittelskandal.

Schöndorf erzählt seine mehr als 12 Jahre andauernde Kraftprobe, berichtet von geschickt geknüpften Netzwerken, gekaufter Wissenschaft, korrupter Politik und willfähiger Justiz. Der Holzschutzmittel-Prozess hat gezeigt, dass die Justiz keine angemessene Antwort auf die gesundheitlichen Risiken des technischen Fortschritts hat. Sein Buch versteht sich als Plädoyer für die Rückgewinnung justizieller Macht gegenüber wirtschaftlichen Interessen und ist somit auch heute hochaktuell.

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5G: Spitzengeschwindigkeit, schnellste Reaktionszeit, höchste Datenraten. Was kommt mit 5G auf uns?

5GNetz

5G in München – Ogschoit is

Der Ausbau des 5G Netzes mit seinen Spitzengeschwindigkeiten, geringen Reaktionszeiten und hohen Datenraten schreitet schnell voran. Im Juli 2019 gingen in München die ersten 5G Mobilfunksender ans Netz. Die bayerische Hauptstadt war somit eine der ersten Städte Deutschlands, in der 5G verfügbar war. Inzwischen ist fast die ganze Stadt, alle wichtigen Verkehrsadern und die Autobahnen mit 5G abgedeckt, wie diese Karte der Standorte von 5G Masten zeigt. Doch die neue Mobilfunktechnik führt zu sehr kontroversen Diskussionen. Zahlreiche Kritiker fürchten Gesundheitsrisiken, die Strahlung solle noch gefährlicher und schädlicher sein, als die der bisherigen Sendemasten. Was genau ist nun 5G?

Die 5G Etablierung erfolgt in zwei Phasen

Die 5G-Technologie baut auf dem bestehenden 4G Mobilfunk-System (LTE) auf. Ihre Etablierung erfolgt in zwei Phasen.

In der ersten Phase werden zunächst bereits verwendete Frequenzen benutzt. Für ländliche Regionen ist dies aufgrund der guten Reichweite ein Frequenzband um 700 MHz, für den Ausbau in Städten sind es die ehemaligen UMTS-Frequenzen um 2 GHz. Ein Frequenzband im Bereich von 3,3 bis 3,8 GHz ist für Highspeed 5G in Stadtzentren, Bahnhöfen oder Flughäfen vergeben.

Neu ist eine neuartige Antennentechnik bei Sendemaststandorten und auf Dächern, sogenannte MIMO-Antennen. MIMO steht für Multiple Input Multiple Output und bedeutet, dass mehrere Antennen parallel betrieben werden. Dafür bestehen die Antennen aus einem kleinteiligen Antennenraster mit 2, 4, 64 oder gar bis zu 1024 angeordneten kleinen Antennen. Diese kommen bei 5G Anwendungen des Frequenzbereiches ab 2,6 GHz zum Einsatz. Im Unterschied zu bisherigen Antennen schicken sie die Strahlung nicht mehr gleichmäßig in alle Richtungen, sondern senden gebündelt und gerichtet zum Nutzer. Dieses Verfahren heißt aktives Beamforming und ermöglicht eine deutliche Steigerung der Datenrate.

Bisherige Mobilfunkantennen (Sektorantennen für jeweils 120°) senden gleichmäßig in alle Richtungen, für 5G wurde eine neue Antennentechnologie entwickelt
Bisherige Mobilfunkantennen (Sektorantennen für jeweils 120°) senden gleichmäßig in alle Richtungen.

Hohe Frequenzen und kleine Zellen

In der zweiten Ausbauphase werden dann erheblich höhere Frequenzen (um 26 GHz) eingesetzt, um noch größere Datenmengen zu ermöglichen. Solch hohe Frequenzen haben allerdings eine geringe Reichweite. Diese Frequenzen werden zunächst in Fabrikhallen, Stadien oder Konzertsälen Verwendung finden. Eine weitere Ausdehnung auf Stadtzentren oder Verkehrsadern wird die Installation unzähliger zusätzlicher Sender (alle 100 bis 300 m) mit sich bringen. Diese werden vorrangig als sogenannte small cells umgesetzt, die auch heute schon zahlreich vertreten sind. Sehr praktisch für die Betreiber, denn für sie ist keine Genehmigung notwendig. Zudem kann man sie aufgrund ihrer Größe gut verstecken. Man findet sie in Stadtmöbeln, Ampeln, Laternen, Kanaldeckel, Litfaßsäulen oder Pflanztrögen. Wie solche Produkte aussehen, kann man sich auf der Website einer Herstellerfirma ansehen.

Die Größe oder Bauart von 5G Sendeantennen kann sehr unterschiedlich sein.
Strahlende Sender müssen nicht immer die typische Form der Sektorantennen haben. Viele 5G Sender werden zukünftig unsichtbar sein, da sie in Objekten versteckt werden.

100 000 Satelliten im All

Unterstützung bekommt das 5G-Netz aus dem All. Zehntausende 5G-Satelliten werden im Weltraum platziert, um zu garantieren, dass kein Ort der Welt ohne 5G-Netz ist. So wird auch im Falle von Katastrophen wie Erdbeben, Überflutungen, Vulkanausbrüchen oder Hurrikans eines sicher bleiben: 5G. Private Firmen wie SpaceX haben bereits rund 1700 5G Satelliten (Stand 6/2021) im Weltraum abgesetzt, Amazon startet dieses Jahr und andere folgen.

Im Schatten der COVID-19-Pandemie ist die Einführung des 5G-Mobilfunknetzes nahezu unbeachtet vonstatten gegangen. Widerstand war im Kontext der Lockdowns nicht möglich. Da zudem plötzlich Millionen Arbeitnehmer aus der Ferne arbeiten mussten, war dies eine gute Gelegenheit, 5G voranzutreiben. Kaum jemand traute sich mehr, Gesundheitsrisiken anzusprechen oder Hinweise zu möglichen Gesundheitsgefahren zu diskutieren. Am Anfang der Pandemie wiesen die Medien auf eine Korrelation zwischen regionalen 5G Rollouts und einer lokal erhöhten Zahl von schweren Coronaverläufen hin. In Wuhan fand der 5G Rollout bereits im Oktober 2019 statt. Der wichtigen Frage, ob der Rollout der neuen Technologie womöglich der zellulären Abwehr schade und somit Betroffene einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe ausgesetzt sein könnten, wurde nicht weiter nachgegangen.

Die Aufgaben der 5G-Technologie. Oder: wozu brauchen wir 5G?

Die 5G-Technologie mit ihren neuartigen Antennen und hohen Frequenzen wird die derzeit bestehenden Mobilfunknetze nicht ersetzen, sondern ergänzen. Ihre besonderen Aufgaben werden anschaulich in diesem einminütigen Lehrvideo des ZDF für Kinder aufgezeigt.

Es geht um vernetzte Mobilität (autonome und miteinander vernetzte Fahrzeuge) und smart-Technologien wie Smart Home (Vernetzung von technischen Geräten aller Art zu Hause), Smart Metering (funkbasierte Strom-, Gas- und Wasserablesung) oder Smart Cities. Auch für die Bereiche Landwirtschaft, automatisierte Produktion, Telemedizin, Virtual und Augmented Reality wird 5G genauso unabdingbar sein, wie im Crowdcontrol (präventive Kontrolle der Öffentlichkeit anhand von Datenmustern).

Smart home ist massenhaft schädlichen Elektrosmog zu Hause. Derzeit wird WLAN genutzt. Doch war kommt mit 5G in unseren Häusern auf uns zu?
‚Smart-Home‘ ist die Vernetzung von technischen Geräten aller Art im Heim, meist über Funk. Genutzt werden Smart Home Systemen wie Philips Hue, Telekom Magenta oder Alexa und Google Assistant.

Mit der Leistungskapazität von 5G wird es möglich sein, jedes nur denkbare Gerät mit dem Netz zu verbinden und jeden Vorgang über das Netz abzuwickeln, sodass eine enorme Anzahl von Komponenten miteinander vernetzt werden. Diese kommunizieren in Smart Homes, Smart Cities, der Logistik, dem Krankenhaus, auf der Straße oder in der Landwirtschaft effizient mobil über 5G.

Gesundheitsgefahr 5G?

Allein schon durch die ins Unermessliche steigende Anzahl der funkenden Komponenten, aber auch durch zusätzliche Sendeanlagen, werden Mensch und Natur einem Übermaß an technischem Elektrosmog ausgesetzt. Funklöcher werden nicht mehr existieren. Wir sind diesem Experiment schutzlos ausgeliefert und um nichts anderes handelt es sich: ein beispielloses Experiment mit ungewissem Ausgang. Von Politik, Industrie und Medien wird behauptet, „Spekulationen über gesundheitliche Schäden durch 5G entbehren wissenschaftlicher Grundlage“ und „weder in der Biologie noch in der Physik gibt es entsprechende Anhaltspunkte“.

Im Gegensatz zu diesem abwiegelnden politisch-industriellen Narrativ, das auch schon von Asbest, Holzschutzmitteln oder Zigaretten bekannt ist, warnen mittlerweile Hunderte von Ärzten und Wissenschaftlern vor der Einführung von 5G. Der internationale Appell Stopp von 5G auf der Erde und im Weltraum, den inzwischen über 300 000 Ärzte, Wissenschaftler, Umweltaktivisten und Menschen zahlreicher weiterer Berufsgruppen unterzeichnet haben, listet dutzende bereits nachgewiesene gesundheitsschädliche Wirkungen von Hochfrequenzstrahlung für Mensch, Tier und Umwelt auf. Hier die deutsche pdf-Version des Dokuments.

Die Folgen von Elektrosmog

Zahlreiche Studien und Untersuchungen zeigen bereits heute: Eine Elektrosmog-Dauerbelastung durch hochfrequente Wellen – auch deutlich unterhalb der geltenden Grenzwerte – hat nachweislich biologische Wirkungen. Sie kann Zellen, das zentrale und vegetative Nervensystem, Chromosomen und Hormone negativ beeinflussen und in der Folge zu schweren Krankheiten führen. Mehr darüber können Sie in meinem Artikel zum Thema Elektrosmog lesen.

Wann jedoch im menschlichen Körper unter Elektrosmog-Einflüssen Krankheiten entstehen, lässt sich noch nicht vorhersagen. Denn hier spielen zahlreiche Faktoren wie Frequenz, Einwirkungsstärke und -dauer eine wichtige Rolle.

Zu den bisher erkannten Risiken in Bezug auf die Schädlichkeit der Strahlung kommen unbekannte neue Risiken in Verbindung mit der neuen Technologie und den neuen Frequenzen von 5G.

Wie wird unsere Welt in 20 Jahren aussehen? Wie werden Mensch und Natur mit dem Übermaß an Elektrosmog zurechtkommen? Vertragen wir noch mehr 5G?
„Die Pläne zur Implementierung von 5G drohen ernste irreversible Konsequenzen für den Menschen und dauerhafte Schäden in allen Ökosystemen der Erde zur Folge zu haben.“
Quelle: Aufruf von über 400 Mediziner und Naturwissenschaftler, die umgehend genaue Untersuchungen fordern.

Es ist völlig unabsehbar, in welcher realen Dosis wir zukünftig der Strahlung ausgesetzt sein werden und wie gerade die hohen Frequenzen und starken Intensitäten auf Mensch und Natur wirken. Doch fest steht schon jetzt: Der vollständige Ausbau von 5G wird allein in Deutschland etwa 750.000 neue Sendestationen bedeuten.

Hier gehts zur offiziellen Mobilfunk-Versorgungskarte der Bundesregierung.

Deutsche Wirtschaftsnachrichten: Wie gefährlich ist 5G?