Gefährlicher Schimmelpilzbefall: Myriaden* an Sporen in der Raumluft

Schimmelpilzbefall mit Sporenbildung

Cleveland, 1997. In der amerikanischen Großstadt erkranken ungewöhnlich viele Säuglinge an der Lunge. Von 30 schwer erkrankten Babys sterben 9. Die Häuser in denen die betroffenen Familien wohnen, haben eines gemeinsam: Aufgrund eines Hochwassers sind sie feucht. An den Wänden wuchern Schimmelpilze. Tatsächlich wird der Schimmelpilzbefall als Verursacher der Erkrankungen bestätigt.

1997 waren die Gefahren durch Schimmelpilze in Deutschland noch weitgehend unbekannt und wurden auch nicht untersucht. Es gab keine Richtwerte für Schimmelpilzgifte oder -sporen in Innenräumen, Mediziner nahmen Klagen über Schimmelpilze oftmals nicht ernst, die Baubiologie steckte noch in ihren Anfängen.

Gesundheitsgefahr durch Schimmelpilze

Vieles hat sich zwischenzeitlich geändert. Schimmel gilt heutzutage als ernstzunehmender gesundheitlicher Risikofaktor.

Im Fokus stehen dabei allergische Reaktionen, besonders Asthma aber auch Beschwerden wie Schnupfen, Husten, Bronchitis, Atemnot, Hautreaktionen oder Augenbrennen. Schimmelpilze können aber auch zu schweren Infektionen, besonders in der Lunge, führen.

Verursacher sind Sporen, die Schimmelpilze zu ihrer Fortpflanzung ausbilden. Übertragen durch die Luft erreichen sie so neue Lebensräume. Sporen dienen übrigens auch der Überdauerung, sollten ungünstige Lebensbedingungen zum Absterben der Schimmelpilze führen.

Schimmelsporen sind winzig, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Ihre Größe liegt meist unter 10 µm, das ist kleiner als 1/100 Millimeter! Ein Gramm Staub kann mit Millionen von Schimmelpilzsporen belastet sein!

Schimmelpilzsporen gelangen durch Einatmen in die Lunge.

Besonders gefährdete Personen

Der gesunde Mensch kann eine gewisse Menge an Schimmelpilzen und Sporen in der Regel gut abwehren. Dies setzt jedoch ein intaktes Immunsystem voraus. Gefährdet sind all jene Personen, deren Immunsystem noch nicht oder nicht mehr völlig fit ist. Dies betrifft im Besonderen:

  • Säuglinge und Kinder
  • Menschen mit Immunschwächekrankheiten
  • Menschen die eine immunsuppressive Therapie / Chemotherapie bekommen
  • Menschen mit Mangel an weißen Blutkörperchen
  • Leukämiekranke
  • Alte und kranke Menschen

Schimmelpilze und das Immunsystem

Doch Schimmelpilzsporen können auch das Immunsystem von Gesunden schädigen und für Krankheiten anfällig machen. Wie stark sich Schimmelpilze auf die Gesundheit auswirken, hängt von verschiedenen Faktoren ab: der Zeit, der man den man Sporen ausgesetzt ist, der Menge der Sporen und der Art des Schimmelpilzes.

Besonders gefährliche Schimmelpilze

Schimmelpilze finden sich überall in der Natur. Sie übernehmen dort die wichtige Aufgabe der Zersetzung von organischen Abfällen. Man schätzt, dass es etwa 250.000 Schimmelpilzarten gibt – eine enorme Artenvielfalt!

An und in Häusern wurden etwa 200 verschiedene Arten ermittelt. Rund 40 davon werden als gesundheitsschädlich eingestuft.

Manche Schimmelarten haben aggressivere Sporen als andere. Einige enthalten auch teilweise gefährliche Mykotoxine. Das sind Schimmelpilzgifte, die im Körper schwerste Krankheiten auslösen können. Neben der Lunge können auch Haut, Ohren, Nebenhöhlen, weitere innere Organe und sogar das zentrale Nervensystem befallen werden.

Die Gefahr durch Schimmelsporen nicht unter- aber auch nicht überschätzen!

Ein kleiner Schimmelfleck an der Wand stellt für Gesunde noch kein lebensbedrohliches Risiko dar.

Doch ab einer Befallsfläche von 50 cm² – das entspricht etwa einem Quadrat von 7 x 7 cm – oder falls Personen mit höherem Risiko im Haushalt leben, sollte man unverzüglich aktiv werden.

Was kann ich vorsorglich tun, um Schimmel zu vermeiden?

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie sollte jeder unbedingt auf sein Immunsystem achten. Daher sollte auch der Vermeidung von Schimmel entsprechende Aufmerksamkeit gegeben werden.

Also dem Schimmelpilz das Leben schwer machen! Schimmelpilze lieben Feuchtigkeit, Wärme und Nährstoffe.

Daher sollten Sie folgendes tun:

  • Achten Sie auf Sauberkeit, dann bieten Sie Schimmelpilzen wenig Nährstoffe.
  • Verwenden Sie alkalische Materialien, denn die mag der Schimmelpilz nicht.
  • Achten Sie auf eine relative Luftfeuchtigkeit unter 55%.
  • Lüften Sie regelmäßig und ausreichend, besonders wenn Feuchte produziert wurde. Dies geschieht besonders beim Kochen, Duschen, Waschen und im Schlafraum

Hilfe, bei mir ist ein Schimmelpilzbefall!

Sichtbarer Schimmelpilzbefall sollte mikrobiologisch untersucht werden. Probenahme und Analyse durch ein Fachlabor gehört zum Aufgabenspektrum der Baubiologie Perner Neidhardt. So kann das Gesundheitsrisiko eingeschätzt werden.

Eine baubiologische Untersuchung der Raumluftparameter sowie der Oberflächen und -temperaturen ist nötig, um der Ursache des Schimmelpilzbefalles auf den Grund zu gehen. Nur die Ursachenbekämpfung hält Ihnen den Schimmelpilz dauerhaft vom Leib, bzw. vom Haus!

Oft liegen Beschwerden oder Verdachtsmomente vor (z.B. als Resultat einer medizinischen Untersuchung auf Schimmelpilzbelastung) obwohl kein Befall sichtbar ist.

Hier hilft die baubiologische Analyse der Raumluft weiter. Mit dieser Methode kann auch versteckter Schimmelbefall aufgedeckt werden.

*Eine Myriade ist eine sehr große Anzahl von etwas, also eine derart große Menge, dass sie nicht ohne Weiteres genau abgezählt werden kann.